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Der Moskito "Aedes aegypti" oder auch "Stegomyia aegypti". Foto: Gustavo Amador

Zika-Virus in Moskitos in den USA nachgewiesen

Zika hat sich in Mittel- und Südamerika rasant ausgebreitet. Nun gibt es die Gewissheit: Auch in den USA übertragen Moskitos den Erreger. Hierzulande nimmt die Zahl der Infektionen weiter zu.

Berlin/Miami (dpa) - Die Zahl der bekannten Infektionen mit dem Zika-Virus in Deutschland ist auf 146 gestiegen. 99 davon wurden seit Beginn der Meldepflicht am 1. Mai dieses Jahres registriert, wie das Robert Koch-Institut in Berlin auf Anfrage mitteilte.

Die übrigen Fälle stammen aus dem Zeitraum ab Oktober 2015. Die Meldepflicht wurde eingeführt, um die Erkrankung besser überwachen zu können. In fast allen Fällen handelt es sich bei den Erkrankten um Reiserückkehrer aus den Ausbruchsgebieten in Mittel- und Südamerika.

Das Virus wird meistens über bestimmte Stechmücken übertragen, auch Infektionen beim Geschlechtsverkehr sind möglich. Eine Infektion über Mücken in Deutschland ist bislang nicht bekannt.

Der Erreger hat sich binnen Monaten in Mittel- und Südamerika und der Karibik rasant ausgebreitet. Er löst meist keine oder nur milde Symptome wie Fieber aus. Infizieren sich allerdings Schwangere mit dem Virus, können ihre Babys mit zu kleinen Schädeln auf die Welt kommen (Mikrozephalie). Die Kinder sind oft geistig beeinträchtigt.

In den USA wurde zum ersten Mal das Zika-Virus in Moskitos festgestellt. "Dieser Fund ist enttäuschend, aber keine Überraschung", erklärte Floridas Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucher in einer Mitteilung. Die Insekten, deren Proben nun den Beweis lieferten, waren in Miami Beach gefangen worden.

Nach dem Auftauchen von Zika in Miami war das nun sichere Ergebnis bereits vermutet worden. Kürzlich hatten Behörden des Bundesstaates eine lokale Übertragung und Ausbreitung des Erregers in der Region Miami bestätigt. Es war der erste Fall auf dem US-Festland.

Unterdessen haben Forscher stärkere Belege dafür gefunden, dass das Zika-Virus auch eine Ursache für das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) ist. GBS ist eine Lähmungskrankheit, die zum Tod führen kann. Die Wissenschaftler analysierten Fälle in Brasilien, Kolumbien, der Dominikanischen Republik, El Salvador, Honduras, Suriname und Venezuela zwischen Anfang 2015 und Frühjahr 2016. Mit Zika sei auch GBS gestiegen, schreiben die Forscher im Fachjournal "The New England Journal of Medicine". In Venezuela war demnach sogar ein GBS-Anstieg von 877 Prozent zu verzeichnen.

Bericht im New England Journal of Medicine

FAQ des RKI zu Zika

Verbreitungsgebiet

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