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Demonstranten treffen auf Polizisten vor dem Gerichtsgebäude von Kayseri.

19-Jähriger starb

Tod von Gezi-Demonstrant: Polizisten verurteilt

Kayseri - Lange Haftstrafen: Zwei Polizisten sind in der Türkei wegen des Todes eines Gezi-Demonstranten verurteilt werden. Der 19-Jährige war im Sommer 2013 zusammengeschlagen worden.

Anderthalb Jahre nach den regierungskritischen Gezi-Protesten in der Türkei sind zwei Polizisten wegen des Todes eines Demonstranten zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Ein Gericht in der zentraltürkischen Stadt Kayseri habe am Mittwoch den Beamten Yalcin A. zu zehn Jahren und seinen Kollegen Mevlut S. zu zehn Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt, berichtete die Nachrichtenagentur DHA. Die Staatsanwaltschaft hatte für den Hauptbeschuldigten S. lebenslange Haft gefordert.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass insgesamt sechs Menschen für den Tod des 19-jährigen Ali Ismail Korkmaz verantwortlich waren. DHA meldete, vier Beschuldigte, die nicht der Polizei angehörten, seien zu Haftstrafen zwischen drei Jahren und vier Monaten sowie sechs Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Zwei Polizisten seien mangels Beweisen freigesprochen worden.

Es ist erst das zweite Mal, dass Polizisten wegen des Todes von Gezi-Demonstranten Haftstrafen erhalten. Die Täter hatten Korkmaz im Juni 2013 am Rande der Gezi-Proteste in der westtürkischen Stadt Eskisehir zusammengeschlagen. Der Student fiel später ins Koma und starb im Juli 2013. Die landesweiten Proteste gegen die Regierung im Sommer 2013 hatten mindestens sieben Menschen das Leben gekostet.

Nach der Urteilsverkündung protestierten Demonstranten vor dem Gericht, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Sie forderten eine härtere Bestrafung der Täter. Die Polizei setzte Tränengas ein. Die Onlinezeitung „Radikal“ berichtete, ein Demonstrant sei von einer Tränengaskartusche am Kopf getroffen und ins Krankenhaus gebracht worden.

Unterdessen scheiterte der Versuch der Opposition, vier ehemalige Minister wegen Korruption vor das Verfassungsgericht zu bringen. Das von der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP dominierte Parlament stimmte in der Nacht zum Mittwoch gegen das Vorhaben. Zafer Caglayan (Wirtschaft), Egemen Bagis (EU), Muammer Güler (Inneres) und Erdogan Bayraktar (Umwelt) waren nach Bekanntwerden von Korruptionsvorwürfen vor gut einem Jahr von ihren Ministerämtern zurückgetreten.

Dutzende Menschen aus dem AKP-Umfeld waren damals unter Korruptionsverdacht geraten. Unter ihnen waren die Söhne von drei der vier Minister. Inzwischen wurden alle Korruptionsermittlungen eingestellt.

dpa

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