+
Maikäfer im Kaiserstuhl. Mit einem Hubschrauber beginnt die Bekämpfung von Maikäfern. Foto: Patrick Seeger

Hubschrauber sprüht Giftdusche über Maikäfer am Kaiserstuhl

Der Maikäfer macht sich am Kaiserstuhl breit und frisst Weinbauern die Pflanzen weg. Er wird daher mit Gift aus der Luft bekämpft. Naturschützer sehen die Aktion im Südwesten kritisch.

Vogtsburg (dpa) - Giftdusche für Maikäfer: Mit einem Hubschrauber hat der Kampf gegen eine Maikäferplage am Kaiserstuhl bei Freiburg begonnen. Aus der Luft würden Giftstoffe versprüht, teilte das Regierungspräsidium Freiburg zum Start der Aktion in Vogtsburg.

Die Behörden reagieren mit den Flügen - wie in den Vorjahren - auf eine Plage der kleinen Tiere. Naturschützer kritisieren die Aktion. Durch die Giftstoffe würden nicht nur Maikäfer getötet, sondern auch Schmetterlinge und viele andere Insektenarten.

Wegen der gestiegenen Temperaturen ist die Zahl der Maikäfer in den vergangenen Tagen sprunghaft angestiegen. Die Tiere werden für Schäden an Weinreben und Obstbäumen verantwortlich gemacht. Da sie auch Wurzeln anfressen, wird die gesamte Pflanze zerstört, der Landwirtschaft drohen dadurch Verluste. Mehrere Kaiserstuhlgemeinden hatten daher die Flüge beantragt. Besprüht wird den Angaben zufolge eine Fläche von rund 2411 Hektar.

"Der Griff zur Giftkeule ist nicht vertretbar", sagte der Landesvorsitzende der Naturschutzorganisation Nabu, Andre Baumann. Der Kaiserstuhl sei nicht nur ein hervorragendes Weinanbaugebiet, sondern auch ein "Hotspot der biologischen Vielfalt in Deutschland". Waldränder, besonders geschützte Biotope und Lebensstätten von schützenswerten Insektenarten sollten daher von einer Giftdusche ausgenommen werden. Gerade Waldränder seien als Scharnier von Wald und sogenanntem Offenland in der Regel von hohem Naturschutzwert.

Eingesetzt werde ein biologisches Gift, das im ökologischen Landbau zugelassen sei, sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums. Zusätzlich seien in den kommenden Tagen Teams am Boden unterwegs, die gegen den als Schädling bekannten Käfer Pflanzenschutzmittel einsetzen. Landwirte und Gartenbesitzer wurden aufgerufen, ebenfalls mit Gift gegen Maikäfer vorzugehen. Sonst drohten eine weiteres Ausbreiten der Schädlinge und damit wirtschaftliche Schäden.

Der Nabu forderte, nach milderen Bekämpfungsmethoden zu suchen. So sollte künftig der natürliche Feind des Maikäfers, der Engerlingspilz Beauveria bronginiartii, auf größerer Fläche eingesetzt werden. Er greift die Käferlarven, die sogenannten Engerlinge, an. So könne der Maikäfer auf natürlichem Wege unschädlich gemacht werden, ohne dass andere Tier- und Pflanzenarten geschädigt werden.

Infos zur Maikäferplage

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bislang weniger Mücken als gewöhnlich - das das dürfte sich jetzt ändern
Es ist Sommer und ins hell erleuchtete Zimmer fliegt keine Mücke durchs offene Fenster. Das liege am lange Zeit trockenen Wetter dieses Sommers, sagen Forscher. Aber das …
Bislang weniger Mücken als gewöhnlich - das das dürfte sich jetzt ändern
Autokino wird wieder populärer - Zuwächse für Open-Air-Angebote
Sie sind eine Erfindung aus den 30er Jahren, doch ihre Beliebtheit ist ungebrochen. Mehr noch, Autokinos in Deutschland erfreuen sich wachsender Beliebtheit.
Autokino wird wieder populärer - Zuwächse für Open-Air-Angebote
Forscher entwickeln Fangarm für Tiefseeorganismen
New York (dpa) - Mit einem neuartigen Fangarm können Organismen der Tiefsee eingesammelt werden, ohne sie zu zerquetschen.
Forscher entwickeln Fangarm für Tiefseeorganismen
Jäger treibt Wildtiere vor der Ernte aus dem Feld - plötzlich fällt ein Schuss 
Ein Jäger ist gerade dabei, Wildtiere vor der Ernte aus einem Feld zu treiben, als ein Schuss fällt und der Mann zusammenbricht. Die Kriminalpolizei ermittelt. 
Jäger treibt Wildtiere vor der Ernte aus dem Feld - plötzlich fällt ein Schuss 

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.