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Wegen des Giftschlamms, der aus einem Auffangbecken einer Chemie-Fabrik austritt, wurde am Samstag der ungarische Ort Kolontar evakuiert.

Giftschlamm: Ort Kolontar in Ungarn evakuiert

Kolontar - Neuer Alarm in Ungarn: Das Örtchen Kolontar wurde evakuiert, weil neue Risse im Damm des Giftschlamm-Beckens einer Aluminiumhütte aufgetaucht sind. Droht eine neue Giftlawine?

Ungarn fürchtet eine neue Welle Giftschlamm: Das Dorf Kolontar ist fünf Tage nach dem schweren Chemieunfall aus Sorge vor neuem Industrieschlamm evakuiert worden. Es bestehe die Gefahr, dass es ein neues Leck in dem Abfallbecken gebe, in dem der giftige Schlamm gelagert ist, teilte der ungarische Regierungschef Viktor Orban am Samstag mit. Befürchtet wurde, dass ein weiterer Damm bricht, und Hunderttausende weitere Kubikmeter Giftbrühe ausfließen. Die 710 Menschen aus Kolontar seien in Sicherheit, sagte Orban in der nahe gelegenen Kleinstadt Ajka. “Es gibt Trauer, es gibt Beunruhigung, aber es gibt keine Panik“, beschrieb der Politiker die Stimmung vor Ort.

Bei dem Unglück am Montag war ätzender Bauxitschlamm aus dem Abfallbecken einer Aluminiumhütte in Westungarn ausgelaufen. Sieben Menschen starben. Das Unglück gilt als Ungarns schlimmste Umweltkatastrophe. In der Mauer des geborstenen Abfallbeckens seien mögliche neue Risse entdeckt worden, sagte Orban. Die Umweltorganisation WWF erklärte, bei der Wand handle es sich um eine Trennwand zwischen den verschiedenen Segmenten des Beckens. Fünf Tage zuvor war der Inhalt eines Segments - fast eine Million Kubikmeter Bauxitschlamm - ausgeflossen. Würden sich die neuen Risse zu einem Dammbruch auswachsen, könnten bis zu 500.000 Kubikmeter Schlamm auslaufen, erklärten Experten von der Technischen Universität in Budapest.

Da es sich diesmal um eine dickflüssigere Substanz handle, würde sich diese aber langsamer ausbreiten als die Schlammlawine vom Montag. Am Montag waren 150 Menschen verletzt worden, als sich der rote, laugenhaltige Industrieschlamm aus einem geborstenen Abfallbecken über Kolontar und weitere Orte ergoss. Insgesamt wurden rund 40 Quadratkilometer Land von dem Giftschlamm überschwemmt. Zudem floss die Brühe über Wasserläufe in die Donau. Umweltexperten versuchten weiter, das Ausmaß der Katastrophe und die Auswirkungen auf Flüsse wie die Donau zu bestimmen.

Der Giftschlamm-Unfall bahnte sich nach Angaben des WWFs schon seit längerer Zeit an. Ein Luftbild vom Juni zeige, dass die Wände des Schlammbeckens bereits rund drei Monate vor der Umweltkatastrophe marode waren und Lecks aufwiesen, teilte die Organisation am Samstag mit. “Das Giftschlamm-Desaster und die daraus erfolgte Verschmutzung von Flüssen - einschließlich der Donau - hätten verhindert werden können“, hieß es.

dpa

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