Inselgruppe in Gefahr

Gigantischer Eisberg driftet auf Inselgruppe zu - Atemberaubendes Video zeigt Koloss im Wasser

  • Martina Lippl
    vonMartina Lippl
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Das also ist der Eisberg A68a! Erste Aufnahmen aus der Luft hat die britische Royal Airforce gemacht. Das Video ist spektakulär. Bisher haben nur Satelliten das Monstrum getrackt.

South Georgia - „Er ist so groß, dass eine Aufnahme aus dem Flugzeug unmöglich ist“, teilen die Behörden von South Georgia mit. Doch die ersten Fotos von Eisberg A68a sind einfach faszinierend. Das Eis-Monstrum befindet sich in der südlichen Antarktis und steuert langsam auf die Inselgruppe South Georgia oder auch Südgeorgien zu. Ein Aufprall hätte schreckliche Folgen. Pinguine und Seehunde sind in Gefahr. Was wenn die Eismassen sich dort verhaken?

Erste Fotos veröffentlicht: Eisberg A68a bedroht Pinguine und Seehunde

„Wenn Tiere wie Pinguine oder Seehunde gerade brüten oder ihre Jungen großziehen, kommt es auf die Strecke an, die sie zurücklegen müssen, um Futter zu finden“, sagte Professor Geraint Tarler vom britischen Polarforschungsprogramm „British Antarctic Survey“ (BAS) im BBC. Das Interview sorgte Anfang November für Aufsehen. Der Eisberg A68a hat eine Fläche von 4.200 Quadratkilometern, Satelliten verfolgen seit 2017 seinen Weg.

„Unvergessliche Aufgabe“ - Airbus A400M erkundet Eisberg

Jetzt ist erstmals ein Airbus A400M der Royal Airforce über den Eisberg A68a geflogen. Die Maschine konnte unter den Wolken und näher an den Eisberg fliegen, teilten die Behörden mit. Diese Aufgabe erfüllte die Crew an Bord mit Stolz.

Eine Aufnahme vom Eisberg A68a aus der Luft.

„Ich weiß, dass ich im Namen aller beteiligten Besatzungsmitglieder spreche, wenn ich sage, dass dies sicherlich eine einzigartige und unvergessliche Aufgabe ist“, sagte Geschwaderführer Michael Wilkinson, Officer Commanding 1312 Flt, laut einer Mitteilung der Behörden. Forscher und Wissenschaftler könnten nun die gesammelten Daten des Flugs auswerten. Das sei für eine Prognose über den Kurs des Eisbergs A68a wichtig. Eine Bedrohung für die ganze Region lasse sich besser beurteilen. Eis-Trümmer könnten beispielsweise für Patrouillen-Schiffe der Royal Navy gefährlich sein. Die britische Inselgruppe South Georgien liegt etwa 1400 Kilometer östlich der argentinischen Küste.  

Trotz der drohenden Gefahr sind Fotos vom Eisberg spektakulär. Die vertikalen Seiten des Eisbergs sind ungefähr 30 Meter hoch. Tunnel und Risse sind auf den Aufnahmen zu sehen. Diese können auf eine mögliche Instabilität hinweisen. Ein wichtiges Detail. Vielleicht bricht das gigantische Eismonster auseinander? Weitere Aufnahmen zeigen ein Feld von Eisbrocken im Wasser.

Die Aufnahme zeigt ein wichtiges Detail: Ein Tunnel unter den Eisberg und tiefe Risse, die für weitere Analysen der Forscher wichtig sein können.

Eisberg auf Kollisionskurs mit Kreuzfahrtschiffen?

Der Eisberg setzt dieses Jahr seinen Kurs fast unbemerkt fort. Im Sommer wäre er normalerweise zahlreichen Kreuzfahrtschiffen im Südpolarmeer in die Quere gekommen, erklären die Behörden von South Georgien. Aufgrund der Corona-Pandemie sei der Eisberg aber kaum für den Schiffsverkehr interessant gewesen. Doch nun zerfällt der A68a, das kann gefährlich sein.

Ob der Eisberg die Inselgruppe trifft, ist natürlich weiter wichtig. Forscher befürchten, dass das Schmelzwasser das Ökosystem nachhaltig beeinflussen kann. Und, dass in Zukunft mit weiteren Eisbergen zu rechnen ist. Indes tobt ein ungewöhnliche heftiger Schneesturm in New York (ml) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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