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Ein Streu- und Schneeräumfahrzeug fährt am 8. Dezember bei Schneefall über die Autobahn A8 zwischen München und Salzburg. Foto: Peter Kneffel

Überfrierende Nässe

Schnee und Glätte verursachen Unfälle und Staus

Im Schneegestöber geschehen zahllose Unfälle. Auf der Zugspitze ist es so kalt wie noch nie in diesem Herbst. Fußballspiele werden fürs Schneeräumen unterbrochen. Und Frau Holle greift in die Politik ein.

Berlin (dpa) - Ein Wintereinbruch in weiten Teilen Deutschlands hat zu zahlreichen Verkehrsunfällen geführt. Zumeist blieb es zunächst bei Blechschäden, es gab aber auch mindestens zwei Schwerverletzte.

Im Autobahnkreuz Breitscheid in der Nähe von Düsseldorf stellte sich laut Polizei in den frühen Morgenstunden ein Lastwagen quer und blieb stecken. Die Autobahn 3 wurde teilweise gesperrt. Es kam danach zu weiteren Unfällen und Staus. Die Feuerwehr versorgte zwischenzeitlich die Autofahrer. Rettungs- und Räumdienste seien kaum durchgekommen, sagte ein Sprecher. Auch Umleitungen waren überlastet.

In Freiberg bei Dresden wurden auf der B101 zwei Menschen in einem Auto schwer verletzt. Die 34 Jahre alte Fahrerin und ein neun Jahre altes Mädchen wurden ins Krankenhaus gebracht. Die Frau habe am Freitagabend in einer Kurve die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren, der Wagen krachte gegen einen Baum.

In Ettlingen bei Karlsruhe stießen in der Nacht ein Rettungswagen und ein Auto auf schneeglatter Straße frontal zusammen. Vier Menschen seien leicht verletzt worden, sagte ein Sprecher. Zu dem Zeitpunkt des Unfalls hatte im Rettungswagen laut Polizei kein Patient gelegen. In Walldorf bei Mannheim fuhr ein Auto in einen entgegenkommenden Linienbus. Ein Fahrgast wurde bei dem Unfall leicht verletzt.

In Forbach bei Rastatt war der betrunkene Fahrer eines Chemielasters bei Schneeglätte viel zu schnell unterwegs - sein Sattelzug kippte in einer Kurve um. Der Mann blieb beim Unfall auf der Bundesstraße 462 unverletzt. Ein Test ergab etwa 1,4 Promille Alkohol im Blut. Die Bergung des Tankaufliegers, in dem ein chemischer Stoff, aber kein Gefahrgut war, sollte mehrere Stunden dauern.

Ausgerechnet ein fahrerloser Polizeiwagen geriet nahe Biberach bei Ulm auf eisglatter Straße ins Rutschen und wurde nach 15 Metern durch einen Bordstein gestoppt. Der Fahrer bemerkte zwar das rutschende Auto und sprang noch hinein - aber obwohl er die Handbremse zog, konnte er den Wagen nicht mehr stoppen. Die Streife war am Samstag zu einem Glätteunfall gerufen worden. Verletzt wurde niemand.

Beste Schneeverhältnisse mit Höhen von fast einem Meter lockten derweil Skifahrer an den Feldberg im Schwarzwald. Vereinzelt kam die Sonne durch. Für Sonntag jedoch erwartete der Deutsche Wetterdienst in Stuttgart ein Umschlagen des Wetters bis hin zu Orkanböen und riet Skifahrern davon ab, erneut in die Berge zu fahren.

In Sachsen musste das Heimspiel des Fußball-Zweitligisten FC Erzgebirge Aue gegen Bundesliga-Absteiger SV Darmstadt 98 für mehrere Minuten zum Schneeschieben unterbrochen werden. Die Gastgeber nutzten das Schneegestöber für einen 1:0-Sieg.

Das winterliche Wetter brachte am Morgen auch den Beginn des Parteitags der sächsischen CDU in Löbau bei Görlitz durcheinander. Ein Lastwagen blockierte nach einem Glätteunfall die A4. Im kilometerlangen Stau blieben viele Delegierte und Gäste stecken.

Auf Deutschlands höchstem Berg, der 2962 Meter hohen Zugspitze, wurde es in der Nacht zum Samstag frostig: Minus 21 Grad waren nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes der erste Kälterekord der Jahreszeit.

Wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte, ist es im Osten und Südosten Deutschlands am Sonntag oft sonnig. Ansonsten ziehen von Westen her dichte Wolken auf, und es setzt teils kräftiger Schneefall ein. Dieser geht zunächst am Oberrhein rasch in Regen über.

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