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Ein inhaftierter Mann soll ein Kind im Gefängnis sexuell missbraucht haben. Nun läuft in Göttingen der Prozess gegen ihn und die Mutter des Kindes.

Mutter ist mitangeklagt

JVA-Insasse vor Gericht Freundin sollte Kind mit präparierter Kleidung in Haftanstalt mitbringen

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Ein 31-jähriger Strafgefangener muss sich seit Montag wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Update, 02.12.2019, 18.28 Uhr: Mitangeklagt ist seine 27-jährige Ex-Freundin, die zur Tatzeit im Frühjahr 2016 im Landkreis Göttingen lebte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 31-Jährigen vor, seine damalige Freundin in E-Mails dazu aufgefordert zu haben, bei ihrem nächsten Besuch in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf ihren drei Jahre alten Sohn mitzunehmen. 

Der Junge sollte seinen Instruktionen zufolge bei dem Besuch keine Windel und keine Unterhose tragen, stattdessen eine Strumpfhose mit einem Loch im Schrittbereich. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ging es dem bereits einschlägig vorbestraften Angeklagten darum, seinen pädophilen sexuellen Neigungen nachzugehen. 

Mutter stimmte zu: Sorge dafür, dass er „keine Windel umhat und eine Strumpfhose mit Loch anhat“

Die Mitangeklagte soll der Bitte des 31-Jährigen in einer Email zugestimmt haben. „Ich mache es für dich“, so heißt es dort, dass der Junge „keine Windel umhat und eine Strumpfhose mit Loch anhat“. 

JVA-Beamte wurden bei den Inhalten stutzig und verhindern Besuch

Zu dem Besuch in der Haftanstalt kam es dann allerdings nicht mehr. Mitarbeiter waren zwischenzeitig auf die verdächtigen Inhalte der Email-Kommunikation aufmerksam geworden und hatten daraufhin die Staatsanwaltschaft und das Jugendamt eingeschaltet. Die Polizei durchsuchte die Zelle des 31-Jährigen und die Wohnung der 27-Jährigen. 

Dreijähriger war zwischenzeitlich bei einer  Pflegefamilie untergebracht

Das Kind kam zunächst in eine Pflegefamilie, inzwischen lebt es wieder bei der Mutter. Zu Beginn des Prozesses wies der Vorsitzende Richter darauf hin, dass auch eine Unterbringung des Angeklagten in einem psychiatrischen Krankenhaus in Betracht komme. 

31-jährige JVA-Insasse sitzt wegen einem anderen Missbrauchsfall in Haft

Derzeit sitzt dieser wegen einer Verurteilung in einem anderen Missbrauchsfall in Strafhaft. Opfer soll ein dreijähriges Mädchen gewesen sein. Nach Verlesung der neuen Anklage sagte der 31-Jährige: „Ich räume die Tat ein.“ Dies bezog sich indes nur auf das Verfassen der E-Mails. Dagegen bestritt er, dass er sich tatsächlich an dem Kind habe vergreifen wollen. Dies wäre aufgrund der Überwachungsmaßnamen im Gefängnis auch gar nicht möglich gewesen. 

Angeklagter hält sich selbst nicht für pädophil

Auf die Frage des Vorsitzenden Richters, ob er ein sexuelles Interesse an Kindern habe, erklärte der einschlägig Vorbestrafte: „Eigentlich nicht.“ Er habe sich vielmehr beim Schreiben der E-Mails selbst befriedigt, den sexuellen „Kick“ bekomme er durch immer neue Phantasiegeschichten. 

31-Jähriger und Mutter des Kindes haben sich über einen Internet-Chat kennengelernt

Die beiden Angeklagten hatten sich über eine Chat-Plattform kennengelernt. Ihre Beziehung schilderten sie sehr unterschiedlich. Nach Angaben der 27-Jährigen hatten sie sich erstmals 2012 in Hannover getroffen. Dort habe sie gemeinsam mit dem Angeklagten die Nacht in einem Hotel verbracht. Kurz nach diesem gemeinsamen Wochenende sei sie dann mit einem anderen Mann zusammengekommen.

 Als sie später feststellte, dass sie schwanger war, sei sie davon ausgegangen, dass der Angeklagte der Vater sei.  Erst seitdem sehr viel später in der JVA ein Vaterschaftstest vorgenommen wurde, wisse sie, dass ihr Kind gar nicht von diesem stammte. 

Angeklagter schildert das Kennenlernen ganz anders

Der Angeklagte gab dagegen an, dass er die 27-Jährige erstmals 2014 getroffen habe. Damals habe er sie an ihrem Wohnort im Kreis Göttingen besucht. Wegen eines noch offenen Haftbefehls habe ihn dort die Polizei festgenommen, seitdem sitze er ununterbrochen in Haft. Der 31-Jährige bestritt, dass es zwei Jahre zuvor eine gemeinsame Nacht in einem Hotel gegeben hatte. Dies sei eine Legende für das Jugendamt gewesen, damit die Behörde seine Vaterschaft für das Kind der 27-Jährigen anerkannte. 

Dass ihm dies ganz wichtig war, obwohl er sowohl das Kind als auch die Mutter kaum kannte, begründete er so: „Ich wollte eine Familie.“ Mitte 2015 habe die Behörde ihnen dann das gemeinsame Sorgerecht zugesprochen. Die 27-Jährige folgte seinen Wünschen, weil sie nach eigenen Angaben zu der Zeit „total verliebt“ war. 

Anwalt der Angeklagten: Sie hat einen „kindlich-naiven Charakter“

Ihr Anwalt wies darauf hin, dass seine Mandantin einen „kindlich-naiven Charakter“ und wenig Selbstbewusstsein habe. „Ich bereue zutiefst, dass ich nicht eher nein gesagt habe“, erklärte sie. Als der Angeklagte sie später in E-Mails aufforderte, sexuelle Handlungen an ihrem Kind vorzunehmen, habe sie dies nie getan. Sie habe sich aber auch nicht getraut, ihm offen zu widersprechen und ihn zurückzuweisen. Der Vorsitzende Richter konnte dies schwer nachvollziehen: „Er saß doch im Knast.“ Der Prozess wird fortgesetzt.

Prozess um einen ungewöhnlichen Fall von Kindesmissbrauch in Göttingen

Erstmeldung, 02.12.2019, 11.05 Uhr: Ein ungewöhnlicher Fall von sexuellem Missbrauch wird ab dem heutigen Montag vor dem Landgericht Göttingen verhandelt. Ein Mann soll ein Kind im Gefängnis sexuell missbraucht haben. 

In dem Prozess müssen sich ein 31 Jahre alter Strafgefangener und eine 27-jährige Frau verantworten. Laut Anklage soll der 31-Jährige per E-Mail die Mitangeklagte darum gebeten haben, bei einem Besuch in der Justizvollzugsanstalt ihren Sohn mitzubringen. Die 27-Jährige sei der Bitte im März 2016 gefolgt und ihren Sohn, der zu der Zeit im Kindergartenalter gewesen sei, mitgenommen. 

Kind musste sich bei Häftling auf Schoß setzen

Auf Geheiß des Angeklagten, der zu der Zeit wegen habe sich das Kind während des Besuchs im Gefängnis mit nicht vollständig bekleidetem Unterleib auf dessen Schoß setzen sollen. Das Gericht hat für den Prozess insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt.

Vor einem 21 Jahre alten Mann warnt die Staatsanwaltschaft in Gießen und Marburg. Er wurde wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt, ist aber auf freiem Fuß. Er könnte sich erneut Kindern nähern.

Weil sie ihr Baby mit Schmerzmitteln vergiftet hatte, ist eine 25-Jährige in Bad Hersfeld zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

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