Zum Mond und zurück für 1,5 Milliarden Dollar

Washington - Zwei Personen zum Mond und zurück: macht 1,5 Milliarden Dollar. So lautet das Angebot des von ehemaligen NASA-Managern ins Leben gerufenen Unternehmens Golden Spike Company.

Ob der Flug wissenschaftlichen Zwecken, der Image-Förderung oder nur dem persönlichen Vergnügen dienen soll, ist dabei egal. Hauptsache, die Auftraggeber haben das nötige Geld. Das können Länder, aber auch Privatpersonen sein.

Es gebe bereits mehrere Länder, die Interesse an den Reisen zum Mond signalisiert hätten, erklärte der Präsident von Golden Spyke, Alan Stern, der am Donnerstag die Pläne vorstellte. Er nannte in diesem Zusammenhang Südafrika, Südkorea und Japan. Auch eine sehr reiche Person soll demnach bereits ihr Interesse bekundet haben.

Raumfahrtexperten sehen die Pläne der Firma kritisch. Sie bezweifeln, dass die Firma finanziell dazu in der Lage wäre, die Reisen zum Mond durchzuführen. In jüngster Zeit seien einige private Raumfahrtunternehmen gegründet worden, erklärt Harvard-Astronom Jonathan McDowell. Aber wie in jedem anderen Wirtschaftszweig auch könnten nur einige wenige am Markt bestehen. „Das ist wahrscheinlich nicht eine von denen, die es schaffen“, sagte McDowell.

Kosten für ersten Start bis zu acht Milliarden Dollar

Vierzig Jahre war es am Freitag her, dass die letzte bemannte Mission der NASA zum Mond startete. Auch das war ein Unterfangen, bei dem es vor allem ums Prestige ging. Die USA schlugen die damalige Sowjetunion im Rennen zum Mond. Seitdem ist das Interesse an bemannten Flügen aber eher erloschen. US-Präsident Barack Obama strich Pläne der NASA, wieder mit Astronauten zum Mond zu fliegen. Die Nationale Akademie der Wissenschaften der USA beklagte am Mittwoch zudem, die NASA habe keine klare Strategie für bemannte Flüge zum Mond.

Stern sieht da keinen Widerspruch. „Es geht nicht darum, der Erste zu sein. Es geht darum dazuzugehören“, sagte Stern. Es gehe darum, das, was die NASA in den 60er Jahren gemacht habe, als Dienstleistung in 20er Jahren des 21. Jahrhunderts anzubieten.

Von technischer Seite her gesehen will die Firma weitgehend schon bestehende Systeme nutzen, etwa um Menschen in eine Erdumlaufbahn zu bringen. Man müsse nur neue Raumanzüge und eine Landefähre für den Mond entwickeln, sagte Stern. Ziel sei ein erster Flug zum Mond gegen Ende des Jahrzehnts. Die Kosten bis zum ersten Start bezifferte er auf sieben bis acht Milliarden Dollar.

dapd

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