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Die Wand im Tal der Könige.

Experten aufgebracht

Liegt hinter dieser Wand eine Sensation?

Luxor - Schlummert im Tal der Könige, nahe der ägyptischen Stadt Luxor, eine wissenschaftliche Sensation? Darauf hofft zumindest ein Experte.

Der britische Ägyptologe Nicholas Reeves (59) ist zuversichtlich, das bisher unentdeckte Grabmal der legendä­ren Nofretete finden zu können. Es soll sich in verborgenen Kammern im berühmten Grab des Pharaos Tutanchamun befinden. Radar- und Wärmebildaufnahmen sollen nun endgültige Klarheit in das Rätsel um Nofretete bringen.

Am Donnerstag bekräftigte Nicholas Reeves in Kairo nach einem Aufenthalt im Tal der Könige seine Therorie, die er in einem kürzlich erschienenen Aufsatz aufgestellt hatte: Dort hatte er aufgezeigt, dass sich an den Wänden der Grabkammer Tutanchmuns verdächtige Linienstrukturen befinden, die Hinweise auf vermauerte Grabkammern geben. „Allein die große Wahrscheinlichkeit versteckter Räume ist schon sehr inte­ressant“, sagt der deutsche Ägyptologe Dietrich Wildung im tz-Gespräch. Zudem weise der Grabplan „typische Eigenschaften eines weibliches Grabes“ auf.

Dass es sich ausgerechnet um Nofretetes Grab handelt, begründet sein Kollege Reeves mit der Familiengeschichte (siehe unten). Nach der Begehung der Grabräume Tutanchamuns fand er nach eigener Aussage nun Hinweise, die seine Theorie untermauern. Der ägyptische Antikenminister Mamduch Al-Damati unterstützt den Archäologen und zeigt sich hoffnungsvoll: „Ich stimme mit ihm (Reeves) überein, dass wir hinter der Wand etwas finden werden.“ Wann die Radar­messungen stattfinden werden, blieb zunächst unklar. Erst müsse man die notwendigen Genehmigungen einholen, sagte Al-Damati. Er hoffe, diese lägen bis November vor. Laut Reeves gebe es schon Gespräche mit einem japanischen Experten für Radartechnik, der die heikle Operation durchführen könnte.

Wenn der Brite tatsächlich die sagenumwobene ägyptische Königin finden sollte, wäre es eine der größten wissenschaftlichen Sensationen der Geschichte – vergleichbar mit der Entdeckung des Grabes Tutanchamuns durch Howard Carter im Jahr 1922. In Wissenschaftskreisen genießt Reeves großes Ansehen. „Er ist der beste Kenner der infrage kommenden Zeit“, lobt ihn Wildung und ergänzt: „Ein absolut seriöser Wissenschaftler“.

Dominik Laska

Seltsame Familienbande

Wir reisen ins 14. Jahrhundert vor Christus nach Ägypten. Dort regiert Echnaton, jener Pharao, der als erster Herrscher nur einen Gott – Sonnengott Aton – anbeten ließ und somit als Erfinder des Monotheismus gilt. An seiner Seite – Nofretete, seine schöne Hauptgemahlin. Mit einer Nebenfrau zeugte Echnaton u. a. Tutanchamun. Nofretete war somit die Stiefmutter des späteren Pharaos. Tut heiratete eine Tochter der Nofretete, Anchesenamun – Inzest war damals normal. Da Echnaton starb, als Tutanchamun noch ein Kind war, gilt es als möglich, dass Nofretete zunächst die Regierung übernahm. Die These lautet nun: Tuts Grab war eigentlich das der Nofretete. Als er überraschend nur 19-jährig starb, war sein Grab noch nicht fertig. Daher mauerte man Nofretetes Sarkophag einfach ein. So scheint es auch denkbar, dass die Beigaben in der Schatzkammer eigentlich für Nofretete gedacht waren.

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