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Willem-Alexander.

Ratten und Kälte in Russen-Knast

Greenpeace-Aktivistin bittet König um Hilfe

Amsterdam/Moskau - Ratten und Kälte: Nach Wochen hinter Gittern in Russland klagt eine niederländische Greenpeace-Aktivistin über die Haftbedingungen. Moskau hingegen betont, alles laufe nach Recht und Gesetz ab.

Die in Russland inhaftierte Greenpeace-Aktivistin Faiza Oulahsen hat den niederländischen König Willem-Alexander um Hilfe gebeten. In einem handgeschriebenen Brief, den die Zeitung „Algemeen Dagblad“ am Freitag veröffentlichte, bittet die Niederländerin den Monarchen, ihre Lage bei seinem geplanten Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau anzusprechen. Die junge Frau ist wie 29 weitere Aktivisten und Begleiter seit mehr als einem Monat in der Hafenstadt Murmansk eingesperrt.

„Das würden meine Schicksalsgefährten und ich sehr schätzen“, schrieb Oulahsen. „Ich hoffe sehr, dass Sie etwas für uns erreichen können.“ König Willem-Alexander wird am 8. und 9. November zum Abschluss des Niederlande-Russland-Jahres in Moskau erwartet.

Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew verteidigte indes das kompromisslose Vorgehen gegen die Umweltschützer. Russland heiße keine Handlungen gut, die der Umwelt schaden könnten, sagte Medwedew bei einem Treffen mit seinem französischen Kollegen Jean-Marc Ayrault in Moskau.

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Die Besatzung eines Greenpeace-Aktionsschiffes war Mitte September bei einer Protestaktion gegen Ölbohrungen im Nordpolarmeer festgenommen worden. Die unter niederländischer Flagge fahrende „Arctic Sunrise“ wurde nach Murmansk geschleppt. Die Niederlande haben deswegen das Internationale Seefahrtsgericht in Hamburg angerufen.

Die Anklage wirft den Aktivisten Rowdytum vor, wofür bis zu sieben Jahre Haft drohen. Laut Greenpeace ist aber auch der Straftatbestand der bandenmäßigen Piraterie mit bis zu 15 Jahren Haft trotz Ankündigung der Behörden noch nicht offiziell zurückgezogen worden.

Oulahsen beschreibt, dass sie in ihrer Zelle „isoliert von den anderen“ sei. In den ersten drei Wochen lebte sie demnach in einer dreckigen Zelle, mit Ratten und leckenden Wasserleitungen. „Ich hoffe, dass dieser Brief Sie erreicht. Obwohl ich dazu das Recht habe, durfte ich immer noch nicht telefonieren. Ich will gerne mit meiner Familie reden, auch wenn es nur kurz ist.“

Verlegung geplant

Die in Russland inhaftierten Greenpeace-Aktivisten werden nach Angaben der Umweltschutzorganisation aus ihren Zellen in Murmansk nach St. Petersburg verlegt. Das gab Greenpeace am Freitag unter Berufung auf übereinstimmende Diplomatenangaben bekannt. Geplant sei die Verlegung in ein St. Petersburger Gefängnis.

Die russische Küstenwache hatte am 19. September das Greenpeace-Schiff "Arctic Sunrise" in der Barentssee aufgebracht, nachdem Mitglieder der Umweltorganisation versucht hatten, eine Bohrinsel des Energieriesen Gazprom zu entern. Die 30 Besatzungsmitglieder aus 18 Ländern sind seitdem in Russland inhaftiert. Ihnen soll wegen "Rowdytums" der Prozess gemacht werden. Russland soll sich wegen des Vorfalls auch vor dem Internationalen Seegericht in Hamburg verantworten.

dpa

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