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Kennzeichnung gefordert

Greenpeace: Gen-Futter-Protest bei Lidl

Berlin - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat am Samstag bundesweit gegen Gentechnik in Lebensmitteln protestiert.

In zahlreichen Filialen der Billigsupermarktkette Lidl kennzeichneten Greenpeace-Aktivisten Geflügel-Produkte und Eier mit dem Aufkleber "Achtung! Bald mit Gen-Futter?", wie die Organisation in Hamburg mitteilte. Die Aktion solle darauf aufmerksam machen, dass Geflügel ab sofort wieder mit Gen-Soja gefüttert werde.

Lidl solle auf Gen-Futter bei den Eigenmarken verzichten und diese Produkte mit dem Siegel "Ohne Gentechnik" bewerben, um so den Anbau von riskanter Gen-Soja nicht zu fördern, forderte Greenpeace. Insgesamt protestierten Aktivisten der Organisation in 35 Städten.

Die Geflügelproduzenten hatten Mitte Februar angekündigt, nach 14 Jahren wieder Gen-Soja verfüttern zu wollen. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) begründete dies damit, dass nicht ausreichend gentechnikfreie Futtermittel verfügbar seien. Greenpeace verweist hingegen auf die Angaben des brasilianischen Verbandes der Produzenten gentechnikfreier Soja, wonach zehn Prozent mehr gentechnikfreies Soja zur Verfügung stehe. Allerdings wolle ein Großteil des Handels nicht die Mehrkosten für besser produziertes Geflügelfleisch und Eier bezahlen.

"Ein gentechnikfrei gefüttertes Huhn kostet nur drei bis acht Cent mehr. Statt etwas für Umwelt, Tier und Mensch zu tun, setzen die Discounter auf unverantwortliche Billigproduktion", kritisierte die Gentechnik-Expertin von Greenpeace, Stephanie Töwe. Dabei führten Aldi und Lidl den "Preiskrieg um das Billighuhn" an.

Marktführer Aldi und in der Folge weitere Wettbewerber hatten Anfang März die Preise für Produkte aus Rindfleisch, Hähnchen- und Putenfleisch gesenkt. Lidl hatte die Preissenkungen zwar kritisiert, sich aber dennoch angeschlossen.

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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