Sorge um Tourismus-Saison

Griechenlands Corona-Zahlen steigen extrem: Regierung sieht Schuld bei jungen Menschen und reagiert

  • Richard Strobl
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Die Corona-Inzidenz in Griechenland steigt aktuell stark an. Die Regierung reagiert nun mit strikteren Regeln in der Gastronomie, da vor allem junge Menschen betroffen sind.

Athen - Die Corona-Zahlen in Europa steigen wieder. Aktuell trifft es besonders beliebte Urlaubsländer. Trauriger Spitzenreiter ist aktuell Zypern mit einer 7-Tage-Inzidenz von 673,2, wie Corona-in-Zahlen.de auf Basis von Daten der Johns-Hopkins-Universität berichtet. Die Insel wurde deshalb als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Dieses Schicksal droht aktuell auch Spanien, sollte die Inzidenz dauerhaft über 200 liegen. Am Freitag lag der Wert hier bei 199. Doch auch in Griechenland steigen die Corona-Zahlen wieder stark an.

Corona-Zahlen in Griechenland verdoppeln sich in einer Woche

Am Dienstag hatte die griechische Gesundheitsbehörde 1797 Neuinfektionen binnen 24 Stunden für das Land mit seinen rund 11 Millionen Einwohnern gemeldet. Vergangene Woche waren es noch zwischen 600 und 700 Neuinfektionen täglich. Die Zahlen haben sich in Griechenland damit binnen einer Woche mehr als verdoppelt. Am 11. Juli lag die 7-Tage-Inzidenz bei 115,1 (Quelle: Corona-in-Zahlen auf Basis von Daten der Johns-Hopkins-Universität). Betroffen von Neuinfektionen sind in Griechenland dabei vor allem junge Menschen.

Schon seit Donnerstag gelten deshalb in Griechenland wieder strikte Corona-Regeln in Bars und Diskotheken sowie saftige Strafen bei Zuwiderhandlung. Das Tanzverbot in Bars und Clubs* für Urlauber und Einheimische dürfe vielen kaum schmecken.

Griechenland reagiert auf steigende Corona-Inzidenz

„Das durchschnittliche Alter der neu Erkrankten beträgt 27 Jahre, es wurden Hunderte Fälle im Zusammenhang mit Unterhaltungsbetrieben gemeldet“, sagte Zivilschutzchef Nikos Chardalias. Weil der Anstieg der Fälle offensichtlich mit dem Nachtleben zusammenhängt, dürfen die Gäste ab Donnerstag nur noch sitzen, nicht mehr beisammenstehen oder gar tanzen, und die Betriebe dürfen auch nicht voll besetzt sein.

Bei Zuwiderhandlung soll es von Beginn an harte Strafen geben: Es drohen je nach Betriebsgröße zwischen 2000 und 5000 Euro Bußgeld und eine siebentägige Sperre. Beim zweiten Mal wird der Laden für zwei Wochen geschlossen, das Bußgeld beträgt 10 000 Euro. Beim dritten Mal kann die Lizenz entzogen werden. Zudem könnten die Strafen rückwirkend veranlasst werden, etwa wenn Fotos und Videos in sozialen Medien nachträglich Zuwiderhandlungen belegten, sagte Chardalias.

Wegen der Delta-Variante haben zudem auch andere europäische Urlaubsländer ihre Regeln verschärft. (dpa/rjs) *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Socrates Baltagiannis/dpa

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