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"Große Koalition" ist das Wort des Jahres 2013.

Twitter-Abkürzung

Wort des Jahres steht fest

Wiesbaden - Das Wort des Jahres bezeichnet etwas, das es eigentlich noch gar nicht gibt: Die Gesellschaft für deutsche Sprache kürte eine Twitter-Abkürzung zum wichtigsten Wort 2013.

„GroKo“ ist das Wort des Jahres 2013. Der Kurz-Begriff für die geplante große Koalition in Berlin charakterisiere am besten das zu Ende gehende Wahljahr - so begründete die Gesellschaft für deutsche Sprache ihre Entscheidung. Es sei zudem eine interessante Wortbildung und zeige Sprachwitz und Kreativität, sagte der Vorsitzende der Gesellschaft, Armin Burkhardt. Wer die Silbenkombination erfand, ist unklar. Ihre Popularität hat sie nicht zuletzt dem Kurznachrichtendienst Twitter zu verdanken.

„GroKo“ offenbare „eine halb spöttische Haltung“ gegenüber der wahrscheinlichen Koalition aus CDU/CSU und SPD auf Bundesebene, sagte Germanistik-Professor Burkhardt am Freitag in Wiesbaden. Durch den Anklang an Krokodil rege es zu weiteren Wortschöpfungen an - etwa zu „GroKo-Deal“ für den Koalitionsvertrag.

Eine Erfindung des Jahres 2013 ist „GroKo“ aber nicht, Entertainer Harald Schmidt ließ schon 2005 in seiner Show eine GroKo-Handpuppe auftreten, die für die damalige große Koalition stand.

Ob „GroKo“ in die nächste Ausgabe des „Duden“ aufgenommen wird, steht noch nicht fest. Die Redaktion will den Begriff zunächst beobachten, wie der Leiter der „Duden“-Redaktion, Werner Scholze-Stubenrecht, sagte. Das Kurzwort für große Koalition sei „noch sehr jung“.

Hinter „GroKo“ auf Platz zwei des Jahresrankings setzten die Sprachforscher „Protz-Bischof“, geprägt für den - wegen der hohen Kosten seiner Residenz kritisierten - Limburger Oberhirten Franz-Peter Tebartz-van Elst. Quasi als Gegenpol entschied sich die Jury dafür, auf Rang drei „Armutseinwanderung“ zu setzen, ein Begriff für eine bestimmte Gruppe Zuwanderer.

Mit „Ausschließeritis“ schaffte es ein weiteres Wort aus dem Umfeld der Koalitionsverhandlungen auf die Liste. Die Wortschöpfung erinnere an eine Krankheit, „eine politische Systemkrankheit“, wie Burkhardt sagte. Der Abhör- und Spähaffäre sind die Plätze fünf und zehn zu verdanken: „Big Data“ und „Freund hört mit“.

Die Wirtschaft ist mit dem Begriff „Zinsschmelze“ vertreten. Auf den hinteren Plätzen landeten „Generation Sandsack“, „Ausländermaut“ und die „Falsche Neun“, ein Fußballer-Begriff.

Die Jury hatte ihre zehn „Wörter des Jahres“ in diesem Jahr aus rund 2400 Vorschlägen ausgewählt. Auf die Liste kommen laut Gesellschaft für deutsche Sprache nicht die am häufigsten verwendeten Begriffe eines Jahres, sondern die, die das Jahr am besten sprachlich auf einen Punkt bringen. Vergangenes Jahr hatten sich die Sprachwissenschaftler für „Rettungsroutine“ entschieden.

dpa

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