+
Über 80 Menschen bildeten die Rettungskette, die am Ende 90 Meter lang war.

Starke Strömung brachte sie in Not

Großartig! Menschenkette rettet Familie vor Ertrinken

  • schließen

Was Menschen gemeinsam erreichen können, zeigt eine Rettungsaktion in den USA: Eine ganze Familie drohte im offenen Meer zu ertrinken. Doch dank der Hilfe von über 80 Menschen konnten alle gerettet werden.

Panama City - „Ich dachte wirklich, ich würde meine Familie an diesem Tag verlieren“, erzählt die US-Amerikanerin Roberta Ursrey von den dramatischen Ereignissen am Strand in Panama City im US-Staat Florida. Eigentlich wollte sie zusammen mit ihren Söhnen, ihrem Mann, ihrer Mutter und ihrem Neffen nur einen kurzen Ausflug dorthin machen. 

Doch dann nahm der Nachmittag eine unvorhergesehene Wendung: Ihre beiden Söhne Noah (11) und Stephen (8) spielten mit ihren Bodyboards, also kurzen Surfbrettern, im Wasser, als sie plötzlich von einer starken Strömung immer weiter ins offene Meer hinaus gezogen wurden. Roberta Ursrey war gerade aus dem Wasser gegangen, als sie sich nach ihren Kindern umdrehte und sah, dass sie sich immer weiter vom Ufer entfernten. „Sie weinten und schrien, dass sie es nicht mehr zurück schaffen würden“, erzählt sie. „Die Menschen am Strand sagten zu mir ,Geh da nicht raus‘“.

Die Kinder Noah (11) und Stephen (8) wurden beim Spielen immer weiter ins offene Meer gezogen.

„Ich dachte ,Oh Gott, so geht es also zu Ende‘“

Doch die Mutter hörte nicht auf sie, ging zusammen mit ihrer Familie und zwei weiteren Badegästen zurück ins Wasser - und war kurz darauf selbst in der starken Strömung gefangen, wie nwfdailynews.com berichtet. Sie und ihr Mann, ihre Mutter, ihr Neffe und die zwei Badegäste kämpften ums Überleben. Plötzlich erlitt Ursreys Mutter in dem über vier Meter tiefen Wasser auch noch einen Herzinfarkt - es sah so aus, als würde sie dort draußen sofort sterben. Roberta Ursrey: „Ich dachte ,Oh Gott, so geht es also zu Ende.‘“

Doch glücklicherweise waren an diesem Nachmittag weitere Menschen am Strand - Menschen, die die dramatischen Ereignisse beobachtet hatten und sofort mit einer großartige Idee zu Hilfe eilten. Denn einem Ehepaar war schnell klar, dass im offenen Meer gerade Menschen am Ertrinken waren. Sie handelten umgehend: Die Frau paddelte mit einem Brett hinaus, der Mann trommelte am Strand Menschen zusammen. Über 80 Retter stellten sich Seite an Seite, bildeten eine Menschenkette, mehr als 90 Meter lang war die Schlange am Ende. Manche der Helfer konnten offenbar gar nicht schwimmen, wollten aber unbedingt mithelfen und blieben im seichteren Wasser stehen. Andere schwammen weiter hinaus, bis sie bis zum Hals im Ozean standen. Und so erreichte die Menschenkette die Familie in Not: Zuerst wurden die beiden Kinder Noah und Stephen von einem zum anderen gereicht, bis sie wieder sicher zurück am Strand waren. Danach folgte der Rest der Familie.

Auch die Großmutter überlebte

Eine der Retterinnen sagte: „Es war das Bemerkenswerteste, was ich je gesehen habe. Diese Menschen, die einander nicht einmal kennen und einander so sehr vertrauen, um sie in Sicherheit zu bringen.“ Und Roberta Ursrey sagte nach der Rettungsaktion: „Ich bin so dankbar. Diese Menschen sind Engel Gottes, die zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort waren. Ich verdanke ihnen mein Leben und das Leben meiner Familie. Ohne sie wäre ich nicht mehr hier.“ 

Die Großmutter erlitt einen Herzinfarkt im Wasser, überlebte am Ende aber.

Die Großmutter von Noah und Stephen, die im Wasser einen Herzinfarkt erlitten hatte, kam in die Ambulanz und hat ebenfalls überlebt. Ihr Zustand ist laut nwfdailynews.com stabil.

pak

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Chinesisches Raumlabor stürzt ab: Warnung vor Trümmern
Seit mehr als einem Jahr kreist "Tiangong 1" unkontrolliert um die Erde und verliert an Höhe. Nicht alle Teile werden wohl beim Wiedereintritt in die Atmosphäre …
Chinesisches Raumlabor stürzt ab: Warnung vor Trümmern
Großmutter und Polizisten getötet: 25-Jähriger vor Gericht
In dem kleinen Ort in Brandenburg herrschte Entsetzen, als bekannt wurde, dass ein junger Mann auf seiner Flucht zwei Polizisten überfuhr. Er soll zuvor seine Großmutter …
Großmutter und Polizisten getötet: 25-Jähriger vor Gericht
Sturm "Ophelia" zieht weiter nach Schottland
In Irland kostete "Ophelia" mindestens drei Menschen das Leben. Es herrschte Chaos, Tausende hatten keinen Strom. Am Dienstag soll sich dort die Lage normalisieren. Der …
Sturm "Ophelia" zieht weiter nach Schottland
Entwarnung in Nordkalifornien - Feuer weiter eingedämmt
In Nordkalifornien gewinnt die Feuerwehr die Oberhand gegen zahlreiche Brände. Tausende Anwohner dürfen in die betroffenen Gebiete zurückkehren.
Entwarnung in Nordkalifornien - Feuer weiter eingedämmt

Kommentare