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Auch am Eurostar-Bahnhof in St. Pancras wurde geübt.

Landesweiter Probealarm

Großbritannien simuliert Ebola-Ausbruch

London - Schon kleine Schwachstellen können bei einer Epidemie fatale Folgen haben. In Großbritannien wurde jetzt der Ebola-Ernstfall geprobt. Bundesgesundheitsminister Gröhe sieht Deutschland gut vorbereitet.

In Großbritannien ist am Samstag landesweit ein Ebola-Ausbruch simuliert worden. Getestet werden sollte, ob das Gesundheitssystem einer solchen Situation Herr werden kann. „Es ist entscheidend, dass wir unsere Antworten auf einen möglichen Ausbruch an einer möglichst realen Situation testen“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in London. Großbritannien müsse sich auf „eine Handvoll“ Ebola-Fälle in den kommenden Monaten einstellen, sagte Sally Davies, die höchste medizinische Regierungsberaterin.

An der achtstündigen Übung von Ärzten, Rettungskräften und Krankenhauspersonal wollten sich auch Politiker beteiligen. Die Aktion war von Premierminister David Cameron angeordnet worden.

In Deutschland besteht nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe kein Grund zur Sorge. Es gebe „hervorragend ausgestattete Behandlungszentren“, die auf den Umgang mit hoch ansteckenden Krankheiten spezialisiert seien, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“ (Samstag). Die Notfallpläne für den Umgang mit Erkrankten würden regelmäßig geübt. In den USA und Spanien hatte es zuletzt auch Ebola-Fälle außerhalb Afrikas gegeben.

Ebola: Darum ist die Krankheit so gefährlich

Derzeit werden in Deutschland zwei Ebola-Patienten behandelt, einer in Frankfurt am Main, der andere in Leipzig. Das Leipziger Klinikum St. Georg hielt sich über den aktuellen Zustand des UN-Mitarbeiters bedeckt. Nach Rücksprache mit dem aus Liberia eingeflogenen 56-Jährigen würden zunächst keine weiteren Angaben gemacht, hieß es am Samstag.

Die Ebola-Sonderkommission der spanischen Regierung teilte am Samstag mit, der Zustand der mit dem Virus infizierten Pflegehelferin sei weiterhin ernst, aber stabil. Es habe „keine bedeutsamen Veränderungen“ gegeben. Die 44-Jährige, die seit vergangenem Sonntagabend in der Madrider Carlos-III-Klinik behandelt wird, sei bei Bewusstsein und habe sich auch mit ihren Ärzten unterhalten können, hieß es. Im Krankenhaus habe sich die Zahl unter Beobachtung stehender Menschen von 13 auf 17 erhöht.

Auf dem New Yorker John F. Kennedy-Flughafen werden Flugreisende aus von Ebola betroffenen Ländern seit Samstag bei der Ankunft auf mögliche Symptome untersucht. Nach US-Medienberichten hat damit der New Yorker Flughafen als erster von fünf großen US-Flughäfen mit dem Screening begonnen. In den nächsten Tagen sollen die internationalen Flughäfen in Newark, Chicago O'Hare, Washington Dulles und Hartsfield-Jackson in Atlanta dem Beispiel folgen. Ähnliche Prüfungen in Deutschland sind vorerst nicht geplant.

Bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind inzwischen weit über 8000 Ebola-Fälle in den drei hauptsächlich von Ebola betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone registriert, mehr als 4000 Menschen starben. Experten gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

Wie die Zeitung „Welt“ (Samstag) unter Berufung auf Diplomatenkreise in Brüssel berichtete, plant die Europäische Union unter dem Dach der WHO eine EU-weit koordinierte Initiative für den medizinischen Abtransport von Ebola-Infizierten aus Westafrika. Ziel sei es, eine Rettungskette für freiwillige Helfer aus Europa aufzubauen.

dpa

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