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Großoffensive gegen Miliz in Nadschaf

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- Nadschaf/Bagdad - Amerikanische und irakische Soldaten haben am Donnerstag eine Großoffensive gegen die Milizionäre in der Schiitenhochburg Nadschaf gestartet. Nach Angaben von Augenzeugen schlugen Granaten in mehreren Vierteln ein, darunter auch in der Umgebung der Moschee des Imam Ali.

Wenige Stunden zuvor hatte die irakische Übergangsregierung dem radikalen Schiitenführer Muktada el Sadr ein Ultimatum mit neuen Forderungen gestellt. El Sadr müsse innerhalb der nächsten Stunden persönlich die Auflösung seiner Miliz in allen irakischen Städten und deren Abzug von den heiligen Stätten in Nadschaf bekannt geben. Außerdem solle er versprechen, künftig auf Gewalt zu verzichten. Andernfalls werde die irakische Armee die Milizionäre mit Gewalt aus dem heiligen Bezirk von Nadschaf vertreiben.

Eine Mitarbeiterin des US-Nachrichtensenders CNN berichtete aus der Imam-Ali-Moschee, die den Schiiten heilig ist, dort hielten sich viele Kämpfer El Sadrs, aber auch Frauen und Kinder auf. Die Umgebung der Moschee biete ein Bild der Zerstörung. Ein dpa-Mitarbeiter sah, wie auf Hausdächern rund um die Moschee Kämpfer von el Sadrs "Mahdi-Armee" in Stellung gingen. Ziel der Regierung sei es, die Moschee zu befreien und "allen eine Lektion zu erteilen, die außerhalb des Gesetzes stehen, damit sie auf den rechten Weg zurückkehren", sagte Staatsminister Kasim Dawud in Nadschaf.

El Sadrs Sprecher Ahmed el Schibani sagte dem arabischen Nachrichtensender El Dschasira, der Prediger habe die Bedingungen der Regierung abgelehnt. Die Entführer eines US-Journalisten im Irak hatten zuvor nach Angaben des Senders mit der Ermordung ihrer Geisel gedroht. Die Gruppe mit dem Namen Märtyrer-Brigade werde den Journalisten Micah Garen töten, sollten sich die US-Truppen nicht innerhalb von 48 Stunden aus Nadschaf zurückziehen, hieß es.
Unterdessen überfielen schiitische Aufständische den Sitz der Ölgesellschaft für Südirak, der South Oil Company. Die Milizionäre setzten Büros und Lagerhäuser in Brand, wie Augenzeugen berichteten. Die Aufständischen drangen am Abend auf das Gelände vor, lieferten sich ein Feuergefecht mit dem Sicherheitspersonal und schossen Granaten mit Raketenantrieb auf die Lagerhäuser ab, in denen Bohrgeräte und anderes Material standen. Mindestens zehn Lagerhäuser brannten ab, die Flammen griffen auf die Büros über.

US-Soldaten patroullieren durch Nadschaf _ die Situation spitzt sich zu.Foto: dpa

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