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Papst Franziskus hat dem Brauch entsprechend bereits am Gründonnerstag 2013 zwölf Männern die Füße gewaschen und geküsst.

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Bräuche und Bedeutung von Ostermontag

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München - Für die Christen ist Ostern das höchste Fest im Kirchenjahr. Doch was bedeuten die Feiertage Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, Ostersonntag und Ostermontag eigentlich und mit welchen Bräuchen sind sie verknüpft?

Ostern – es ist das wichtigste Fest im Christentum. Dann feiern Gläubige die Auferstehung Jesu Christi, der nach dem Neuen Testament als Sohn Gottes den Tod überwunden hat. Das Osterfest fällt immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond – also frühestens auf den 22. März, spätestens auf den 25. April. 2016 feiern die Christen am 27. März Ostern.

Was bedeutet die Karwoche für die Christen?

Doch bevor die Auferstehung Jesu an Ostern gefeiert wird, gedenken die Christen in der Karwoche des Leidens, der Kreuzigung und des Todes von Jesus Christus. Das "Kar" in Karwoche wurde vom althochdeutschen Wort "Kara" abgeleitet und das bedeutet so viel wie "Klage", "Kummer", "Trauer". Die Karwoche wird auch als "stille Woche" bezeichnet und umfasst eigentlich alle Tage vom Palmsonntag, der Sonntag vor Ostern, bis Karsamstag, der Samstag vor dem Ostersonntag. Die eigentlichen Kartage sind aber Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag.

Tanzverbot in der Karwoche

Bis in die 1950er Jahre war die Karwoche in weiten Teilen Deutschlands eine sogenannte "geschlossene Zeit". Das heißt, dass damals aus Respekt vor den kirchlichen Feiertagen viele Geschäfte geschlossen blieben und keine öffentlichen Feste oder Feierlichkeiten abgehalten wurden. Heute gibt es an den Kartagen nur noch in bestimmten Bundesländern ein Tanzverbot. Absolut eingehalten werden die "stillen" Kartage Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag nur von Baden-Württemberg. Am Karfreitag und Karsamstag herrscht in sechs Bundesländern Tanzverbot: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Nur am Karfreitag gibt es das Tanzverbot in allen 16 Bundesländern, in Berlin (4 bis 21 Uhr), Bremen (6 bis 21 Uhr) und Hamburg (2 bis 24 Uhr) gilt es aber nur eingeschränkt.

Gründonnerstag: Letztes Abendmahl und Fußwaschung

Papst Franziskus hat dem Brauch entsprechend bereits am Gründonnerstag 2013 zwölf Männern die Füße gewaschen und geküsst.

Am Gründonnerstag gedenken Christen des letzten Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern. Gründonnerstag hat übrigens nichts mit der Farbe grün zu tun. Der Name leitet sich vom mittelhochdeutschen "grinen" ab, was so viel wie greinen, also klagen oder weinen bedeutet. Am Gründonnerstag wird während des Gottesdienstes in besonderer Weise an die Einsetzung der Eucharistie durch Jesus Christus gedacht. Denn Jesus hat am Gründonnerstag der Überlieferung zufolge beim letzten Abendmahl für seine Jünger das Brot erst gesegnet, dann gebrochen und gesagt "Nehmet und esset". Dem Markus-Evangelium zufolge sagte Jesus auch "Das ist mein Leib...". Anschließend soll er den Wein gesegnet und zu seinen Jüngern gesagt haben "Nehmet und trinket". Im Markus-Evangelium sagt Jesus auch "Das ist mein Blut...". Jesus hat die Jünger der Überlieferung in der Bibel zufolge auch dazu aufgerufen, dies so oft wie möglich zu seinem Gedächtnis zu tun. Am Gründonnerstag wird den Gläubigen in der Kirche deshalb fast überall die heilige Kommunion als "Leib und Blut Christi" gereicht.

Der Gottesdienst am Gründonnerstag ist in vielen Gemeinden auch mit einer Fußwaschung verbunden – als Symbol dafür, dass Jesus seinen Jüngern vor dem letzten Abendmahl die Füße wusch, und als Aufruf zu Nächstenliebe. Papst Franziskus wird am Gründonnestag in Rom in einem Therapiezentrum zwölf Menschen mit Behinderung die Füße waschen - darunter ein 75 Jahre alter Muslim aus Libyen, eine Äthiopierin, ein 16 Jahre alter Junge aus dem afrikanischen Inselstaat Kap Verde und neun Italiener. Der Münchner Erzbischof Kardinal Marx wird am Gründonnerstag im Dom Flüchtlingsfamilien die Füße waschen.

Gründonnerstag hat auch politische Bedeutung: Start der Ostermärsche

Der Gottesdienst am Gründonnerstag ist der letzte vor dem Ostersonntag, zu dem mit Glockengeläut gerufen wird. Auch die Orgel bleibt nach einer feierlichen Eröffnung stumm. Es herrscht Schweigen bis zum Gloria in der Osternacht. Im Volksmund sagt man auch: "Die Glocken fliegen nach Rom." Am Ende des Gottesdienstes am Gründonnerstag wird der Altar in der Kirche vollständig abgeräumt. Der Tabernakel bleibt dann leer und steht offen.

Der Gründonnerstag hat aber auch eine politische Bedeutung: Traditionell beginnen an diesem Tag die Ostermärsche. Friedensaktivisten nutzen sie, um gegen Bundeswehreinsätze, Waffenhandel und den Einsatz von Kampfdrohnen zu demonstrieren. 

Karfreitag - Tag der Trauer, der Buße, des Fastens und des Gebets

In "Die Passion Christi" wird die Kreuzigung Jesus Christus am Karfreitag dargestellt.

Der biblischen Überlieferung nach wurde Jesus am Karfreitag in Jerusalem verurteilt und gekreuzigt. Judas hatte ihn in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag verraten. Der Freitag vor Ostern gilt als Tag der Buße, des Fastens und des Gebets. Die Gottesdienste stehen im Zeichen der Trauer. Der Hauptgottesdienst, auch Karfreitagsliturgie oder "Die Feier vom Leiden und Sterben Jesu Christi" genannt, findet in der Regel um 15 Uhr statt, da in der Bibel überliefert ist, dass Jesus in der "neunten Stunde" am Kreuz gestorben ist. In der Bibel wird der jüdische Tag ab 6 Uhr morgens gerechnet. Die neunte Stunde des Tages entspricht deshalb 15 Uhr. Oft werden die Stationen des Kreuzweges Christi nachvollzogen. Der Gottesdienst am Karfreitag besteht im Wesentlichen aus drei Teilen: Einem Wortgottesdienst, der Kreuzverehrung und der Kommunionfeier. Bei der Kreuzverehrung wird ein verhülltes Kreuz zum Altar getragen und dort enthüllt. Dabei singt der Pfarrer drei Mal: "Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt." Die Gläubigen antworten ihm: "Kommt, lasset uns anbeten" und knien nieder, um Jesus am Kreuz im stillen Gebet zu verehren. In den Kirchen sind am Karfreitag alle Kreuze und Seiten- bzw. Flügelaltäre verhängt oder zugeklappt. Auch das Ewige Licht brennt nicht. Es wird erst am Ostersonntag mit der Flamme der Osterkerze wieder entzündet.

Viele Pfarreien haben ein Heiliges Grab aufgebaut. Es ist ein Ort, der dem Grab Jesu Christi nachempfunden ist. Ein solches Grab gibt es zum Beispiel in der Kirche St. Laurentius in Rottach-Egern (Kreis Miesbach) und neuerdings auch in der Pfarrei St. Agatha in Maitenbeth (Landkreis Mühldorf).

Viele Gemeinden gestalten Gebetsstunden vor dem Heiligen Grab. Damit das keiner verpasst, gibt es jetzt eine Internetseite, die zu über 100 Heiligen Gräbern in der Erzdiösese München-Freising führt. Die interaktive Webseite bietet eine detaillierte Karte mit Standorten der Kirchen und Zeiten, zu denen die Gräber zugänglich sind. Außerdem sind Bilder und Informationstexte hinterlegt. 

Karfreitag: Fasten und Bräuche

Der Karfreitag ist der erste Tag des dreitägigen Osterfestes (auch Triduum Sacrum oder "österliches Triduum" genannt) - im katholischen Glauben. In der evangelischen Kirche ist es der höchste Feiertag, da die Lutherische Orthodoxie den Schwerpunkt auf die Aufopferung Jesu für die Menschheit legt und im Mittelpunkt steht, dass der Sohn Gottes sich zur Erlösung aller von sämtlichen Sünden ans Kreuz schlagen hat lassen. 

Der Karfreitag ist für Katholiken auch der strengste Fastentag in der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern. Christen sollen am Karfreitag kein Fleisch Essen. Es gibt auch Christen, die an diesem Tag bewusst auf Hämmern oder Klopfen verzichten, da Jesus ans Kreuz geschlagen wurde. Auch Glücksspiel ist am Karfreitag bei den Christen verpönt, weil die römischen Soldaten am Kreuz um die Kleider von Jesus gewürfelt haben. In Bayern haben am Karfreitag deshalb Casinos und Spielotheken geschlossen. Statt mit Glocken, die bis zum Ostersonntag schweigen müssen, wird in vielen Gemeinden am Karfreitag mit sogenannten Ratschen zum Gottesdienst gerufen. In Deutschland ist der Karfreitag ein gesetzlicher Feiertag.

Karsamstag - der stillste Tag im (Kirchen-)Jahr

Für die Christen ist Ostern das höchste Fest im Kirchenjahr. Doch was bedeuten die Feiertage Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, Ostersonntag und Ostermontag eigentlich und mit welchen Bräuchen sind sie verknüpft?

Am Karsamstag wird der Grabesruhe Christi gedacht und mit Fasten und Gebet seine Auferstehung erwartet. In der katholischen Kirche gilt der Karsamstag als stillster Tag im Jahr. Das Erzbistum München schreibt auf seiner Webseite: "Gott hat seinen Sohn in die Welt geschickt und dieser wurde den Menschen gleich, bis zum Tod. Er ist weder vom Kreuz herabgestiegen, noch direkt vom Kreuz aus aufgefahren zum Vater im Himmel. Er ist hinabgestiegen in das Reich des Todes (...). Nicht das Sterben, sondern das Tod-Sein ist der tiefste Punkt menschlicher Existenz. (...)"

Am Karsamstag werden keine Sakramente gefeiert, die mit Freude und Feierlichkeiten verbunden sind - also zum Beispiel Taufe, Kommunion, Hochzeit. Auch gibt es weder eine Eucharistiefeier noch wird die Heilige Kommunion ausgegeben (die einzige Ausnahme ist die Sterbekommunion). Das Kreuz vom Karfreitag bleibt auch am Karsamstag in den Kirchen stehen, um den Gläubigen weiterhin die Möglichkeit zur Verehrung zu geben.

Ostern: Der Ostersonntag - das wichtigste Fest für Christen

Am Ostersonntag – meist in der Osternacht – wird die Auferstehung Christi von den Toten gefeiert. Nach christlichem Glauben überwand der gekreuzigte Jesus den Tod. Er erfüllte damit seinen göttlichen Erlösungsauftrag auf Erden. Durch die Auferstehung Jesu an Ostern haben alle Menschen laut christlichem Glauben die Chance, nach dem Tod in den Himmel zu kommen. Der Tod wird nicht als Ende, sondern als Beginn eines neuen Lebens gesehen.

Am Ostersonntag haben die Frauen der Bibel zufolge das leere Grab entdeckt. Zwei Engel verkündeten ihnen die Osterbotschaft. Laut Matthäus machten sich die Frauen auf den Rückweg nach Galiläa und begegneten unterwegs dem auferstandenen Jesus, der die Botschaft der Engel wiederholte. Je nach Evangelist sind die Frauen mit Furcht oder großer Freude oder beidem erfüllt und tragen die Botschaft an die Jünger (die ihnen nicht glauben) weiter oder auch nicht.

In vielen Gemeinden wird in der Osternacht an Ostern ein Osterfeuer entzündet.

Für die Osternacht, also die Feier der Auferstehung Jesu als Gottesdienst, versammeln sich Christen früh am Morgen in den dunklen Kirchen. Vor vielen Kirchen wird ein Osterfeuer und daran dann die Osterkerze entzündet. Diese wird anschließend feierlich in die Kirche getragen. Die Flamme der Osterkerze wird an alle anderen Kerzen in der Kirche (auch die der Gläubigen) weitergegeben. In Bayern ist es außerdem Brauch, dass im Ostergottesdienst die Speisen der Gläubigen wie zum Beispiel Brot, Schinken, Salz, Eier oder Osterlämmer gesegnet werden.

Ostersonntag: Große Gottesdienste in Rom und München

Zum Ostergottesdienst am Petersplatz in Rom wurden über 100.000 Gläubige erwartet.

Natürlich wird der Ostersonntag auch in Rom groß gefeiert. Zur Messe auf dem Petersplatz, dem Höhepunkt der Osterfeierlichkeiten, werden mehr als 100.000 Gläubige erwartet. Papst Franziskus wird den Ostergottesdienst mit dem Segen "Urbi et orbi" abschließen. Der katholische Sender ETWN bietet dazu heuer wieder einen Live-Stream.

Der Hauptgottesdienst in der Münchner Frauenkirche am Ostersonntag um 10 Uhr sowie die Feier der Osternacht am Karsamstag ab 21 Uhr werden von Kardinal Marx zelebriert und können im Internet als Live-Stream verfolgt werden.

Das Datum für das Osterfest richtet sich nach dem Mondkalender und wird am ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond gefeiert.

In den kommenden Jahren fällt Ostern auf folgende Tage:

  • 16. April 2017
  • 1. April 2018

Ostermontag: Jünger begegnen Jesus auf dem Weg nach Emmaus

Am dritten Tag nach der Kreuzigung, dem Ostermontag, trafen laut Lukasevangelium zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus einen Unbekannten. Erst später erkannten sie ihn als Christus und verkündeten in Jerusalem die Auferstehung des Herrn. In Deutschland ist auch der Ostermontag ein Feiertag. In vielen ländlichen Regionen, vor allem in Bayern, werden am Ostermontag Bräuche gepflegt, die auf dem Gang der Jünger nach Emmaus gründen. In manchen Gemeinden ziehen die Gläubigen zum Beispiel von der Pfarrkirche zu einer Kapelle. Es gibt aber auch den österlichen Feldumgang, bei dem der Bauer zusammen mit allen Hausbewohnern sein Roggen- oder Weizenfeld abgeht.

pie/can

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