"Grüne Zone" in Flammen

- Bagdad - Bei einem Selbstmordanschlag vor dem Sitz der US-Zivilverwaltung in Bagdad sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Der Attentäter sprengte sich mit einer 500-Kilogramm-Bombe in einem Geländewagen inmitten einer auf Einlass wartenden Menschenmenge in die Luft. Mehr als 60 Menschen wurden nach Angaben des irakischen Regierungsrats verletzt.

Unter den Toten sind nach Militärangaben auch zwei Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums. Auch unter den Verletzten befinden sich sechs US-Bürger. Bei den meisten Todesopfern handelt es sich aber um Iraker, die am Tor vor dem ehemaligen Palast der Republik um Arbeit anstanden.

"Es war die Zeit, in der die Arbeiter in den Palast gehen", sagte der irakische Ingenieur Chalid Taleb. Ein anderer Augenzeuge, Haidar Hanun, sagte, er habe sich in die Warteschlange von Arbeitssuchenden eingereiht, als ein Land Cruiser explodiert sei. Das Fahrzeug mit der Bombe wurde nach Angaben des irakischen Polizeichefs Hassan el Obeidi von einem einzelnen Selbstmordattentäter gesteuert. Das Gebiet am Tigris-Ufer, die so genannte Grüne Zone, ist einer der am stärksten gesicherten Stadtteile von Bagdad. Die irakische Polizei verkündete nach dem Anschlag über Lautsprecher, dass die US-Streitkräfte eine Belohnung von 2500 Dollar für Hinweise auf die Täter ausgesetzt hätten.

Der oberste Zivilverwalter der USA für Irak, Paul Bremer, verurteilte in Washington den Anschlag als "weiteres Zeichen für die mörderische und zynische Absicht von Terroristen, die Freiheit, Demokratie und Fortschritt in Irak untergraben."

Auch in Tikrit, der Heimatstadt des gestürzten irakischen Staatschefs Saddam, explodierte am Wochenende eine Autobombe. Dabei wurden 150 Meter von einer amerikanischen Militärpatrouille entfernt die beiden Autoinsassen getötet, teilte ein US-Offizier mit. Offenbar habe es sich um einen gescheiterten Anschlag gehandelt.

Bei einem Bombenanschlag auf ein Panzerfahrzeug nördlich von Bagdad wurden drei US-Soldaten und zwei irakische Sicherheitskräfte getötet. Damit stieg die Zahl der seit Kriegsbeginn am 20. März 2003 getöteten US-Soldaten auf 500.
Im Konflikt um die geplante Machtübergabe an eine irakische Regierung suchen die USA verstärkt die Unterstützung der Vereinten Nationen. Bremer reiste zu Gesprächen mit UN-Generalsekretär Annan nach New York.

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