Angeklagte sitzen vor dem Prozessbeginn im Gerichtssaal im Landgericht.
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Freiburg: Urteil im Prozess um die Gruppen-Vergewaltigung ist gefallen.

Haft für die meisten Angeklagten

Gruppen-Vergewaltigung in Freiburg: Urteile im Prozess gefallen

Die Gruppenvergewaltigung in Freiburg schockierte Deutschland. Elf Angeklagte müssen sich vor Gericht verantworten. Nun sind die Urteile gefallen.

  • Im Prozess um die mutmaßliche Gruppen-Vergewaltigung in Freiburg stehen elf Männer vor Gericht.
  • Im Oktober 2018 sollen die Männer eine 18-Jährige über Stunden vor einer Disco vergewaltigt haben.
  • Die Urteile wurde mit Spannung erwartet.

Update vom 23. Juli, 11.45 Uhr: Länger als ein Jahr dauerte der Prozess um eine Gruppen-Vergewaltigung in Freiburg. Elf Männer saßen auf der Anklagebank. Nun hat das Gericht die Urteile verkündet.

Die meisten Angeklagten sind Flüchtlinge. Ihnen wurde vorgeworfen, die 18-Jährige Mitte Oktober 2018 nachts vor einer Disco in einem Gebüsch vergewaltigt oder ihr nicht geholfen zu haben. Vor Gericht bestritten sie dies oder schwiegen zu den Vorwürfen. Die 18-Jährige trat als Nebenklägerin in dem Prozess auf.

Nacheinander und auch gleichzeitig haben die Männer nach Überzeugung des Gerichts die Frau vergewaltigt. Zweieinhalb Stunden soll es gedauert haben, bis die die Täter von ihrem Opfer abließen. Als die 18-Jährige vor der Disco zu sich kam, soll ihr einer der Mittäter geholfen haben. Von mehreren Angeklagten sind später DNA-Spuren an der jungen Frau gefunden worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte für acht Beschuldigte, die schon während des Prozesses in Haft saßen, mehrjährige Freiheits- sowie
Jugendstrafen gefordert. Für zwei weitere Angeklagte forderte die Anklagebehörde wegen unterlassener Hilfeleistung Bewährungsstrafen, bei einem weiteren Mann plädierte sie auf Freispruch. Die Verteidiger forderten Freisprüche.

Gruppen-Vergewaltigung in Freiburg - Landgericht verhängt Freiheitsstrafen

Update vom 23. Juli, 11.33 Uhr: Im Prozess der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Freiburg sind die Urteile gefallen. Nach ersten Medienberichten verhängte das Gericht mehrjährige Haftstrafen. Das vom Landgericht am Donnerstag verhängte
Strafmaß reicht demnach bis zu fünf Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe. Die elf Männer waren zur Tatzeit im Oktober zwischen 18 und 30 Jahre alt.

In Freiburg löste der Fall der Gruppen-Vergewaltigung im Jahr 2018 große Empörung aus.

Erstmeldung vom 23. Juli 2020
Freiburg - Vor dem erwarteten Urteil im Prozess um die mutmaßliche Gruppenvergewaltigung* in Freiburg hat der Oberbürgermeister der Stadt die besonnene Reaktion der Bürger gelobt. „Ich finde, Freiburg hat beeindruckend reagiert“, sagte Martin Horn (parteilos) der „Süddeutschen Zeitung“ vom Donnerstag. Er sei „stolz und dankbar“, dass die Mehrheit der Freiburger gegen Pauschalisierungen eingetreten sei.

Freiburg habe „als weltoffene Stadt eine reflektierte Haltung gezeigt“. Die Täter müssten rechtsstaatlich bestraft werden, gleichzeitig habe sich die große Mehrheit klar von populistischen Instrumentalisierungen distanziert, sagte Horn.

Gruppen-Vergewaltigung in Freiburg löste große Empörung aus

Die Tat habe die Stadt aufgewühlt und ihn auch persönlich stark beschäftigt, sagte Horn. „Ich hoffe, dass jetzt Recht gesprochen wird und wir ein klares und eindeutiges Urteil haben werden.“ Horn, der zum Tatzeitpunkt erst wenige Monate im Amt war, erhielt nach eigenen Angaben selbst tausende Hasskommentare. „Das waren die heftigsten und intensivsten Tage in meiner bisherigen Tätigkeit als Oberbürgermeister“, sagte er.

Die sogenannte Sicherheitspartnerschaft zwischen der Stadt Freiburg und dem Land Baden-Württemberg bezeichnete Horn a1s „klaren Erfolg“. Nach 16 Jahren sei Freiburg nicht mehr auf dem obersten Platz der Kriminalitätsstatistik des Landes. Dennoch forderte Horn eine Aufstockung der Polizei. Im vergangenen Jahr habe das Polizeipräsidium Freiburg rund 120.000 Überstunden angesammelt.

Am Donnerstag soll das Urteil im Prozess um die mutmaßliche Gruppenvergewaltigung gegen elf Angeklagte gesprochen werden. Sie sollen im Oktober 2018 eine unter Drogeneinfluss stehende 18-Jährige in einem Gebüsch nahe einer Diskothek gemeinschaftlich vergewaltigt haben. Die Staatsanwaltschaft forderte für acht der mutmaßlichen Täter Haftstrafen zwischen zwei Jahren und zehn Monaten sowie fünfeinhalb Jahren.

Zwei weitere Angeklagte machten sich aus Sicht der Anklagebehörde der unterlassenen Hilfeleistung schuldig und müssen mit einer Bewährungsstrafe rechnen. In einem Fall ist mit einem Freispruch zu rechnen. Der Fall führte bundesweit zu einer Debatte über Ausländerkriminalität. Nur einer der jungen Männer hat einen deutschen Pass. Die Angeklagten erklärten sich in der Verhandlung für nicht schuldig und gaben an, die Frau habe einvernehmlich Sex mit ihnen gehabt (AFP) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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