"Gustav" überquert Jamaika - Trümmerfeld in Portland

Kingston - Mit schweren Regenfällen und Wind fast in Hurrikanstärke hat Tropensturm "Gustav" auf Jamaika gewütet. In mehreren Ortschaften hinterließ er in der Nacht zum Freitag ein Bild der Zerstörung. Die Wetterdienste der Region erwarten, dass er am Samstag die Kaimaninseln erreichen wird. Am Sonntag wird er nach den Berechnungen der Meteorologen über die Westspitze Kubas in den Golf von Mexiko eindringen.

Zuvor hatte "Gustav" auf der Insel Hispaniola mit Haiti und der Dominikanischen Republik erhebliche Verwüstungen verursacht. Insgesamt kamen dort bislang fast 70 Menschen ums Leben, die meisten von Ihnen in Haiti. Viele Menschen gelten als vermisst.

Auf Jamaika hat der Wirbelsturm nach einem Bericht der Tageszeitung "Jamaica Gleaner" online zum Beispiel im Bezirk Portland ein Trümmerfeld hinterlassen. Dort, im Osten der Insel, seien in zahlreichen Gemeinden Dutzende von Dächern abgedeckt sowie Bäume und Strommasten umgeknickt worden. Hunderte von Einwohnern hätten ihre Wohnung verloren. Auch sei das Dach einer Schule, in die sich die Menschen geflüchtet hatten, davongeflogen. Wie durch ein Wunder sei bislang niemand zu Tode gekommen. "Es ist eine totale Zerstörung überall", sagte Alston Hunter, Ratsmitglied der Stadt Manchioneal, der Zeitung. "Und die Lage wird schlimmer, da das Wetter schlecht bleibt."

Für Samstag bereitet sich der Westen Kubas auf den Sturm vor. Nach Berechnungen des Hurrikan-Zentrums in Miami (US-Bundesstaat Florida) könnte sich "Gustav" noch am Freitag oder Samstag erneut zu einem Hurrikan verstärken. Zahlreiche Provinzen sind in Alarmbereitschaft.

Am Sonntag oder Montag könnte der Sturm nach Vorhersagen der Meteorologen den Golf von Mexiko erreichen und Mitte der kommenden Woche auf die Küste der USA treffen. Dort haben die Behörden vor allem im Bundesstaat Louisiana mit der Hauptstadt New Orleans mit umfangreichen Vorbereitungen zum Schutz vor dem Wirbelsturm begonnen. Am 29. August vor drei Jahren hatte Hurrikan "Katrina" dort mehr als 1800 Menschen in den Tod gerissen.

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