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Ein Paar wirft einen Schatten auf den Mond

Klarer Nachthimmel im Süden

Gute Sicht auf Mondfinsternis

Offenbach/Berlin - Zwei Prozent Finsternis: Ganz kurz tauchte der Mond am Donnerstag in den Kernschatten der Erde. Viele Hobby-Astronomen hatten gute Sicht auf den eingedellten Himmelskörper. Die nächste „Mofi“ kommt 2015.

Die partielle Mondfinsternis am Donnerstagabend ist in vielen Teilen Deutschlands gut sichtbar gewesen. Besonders im Süden gab ein klarer Nachthimmel den Blick auf das kosmische Ereignis frei, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Auch in den Hochlagen des Mittelgebirges hatten Hobby-Astronomen klare Sicht.

Der Mond habe einen leicht gräulichen, unscharfen Schatten an der linken, oberen Hälfte gehabt, berichtete Jost Jahn von der Vereinigung der Sternfreunde. Der Erdtrabant habe ausgesehen wie „ein bisschen angeknabbert“. Ab 21.52 Uhr wanderte der Mond ein Stück weit in den Kernschatten der Erde. Beim Maximum der Mondfinsternis um 22.07 Uhr wurde er zu knapp zwei Prozent verdunkelt. Auch mit dem bloßen Auge war die Finsternis erkennbar.

„Der Mond stand bei uns noch recht tief“, sagte Björn Voss, Leiter des Planetariums im LWL-Museum für Naturkunde in Münster. „Wenn er höher steht, ist die Chance größer, dass er zwischen den Wolken durchleuchtet.“ Das astronomische Ereignis sei zwar interessant, aber nicht wirklich spektakulär gewesen, sagte der Astronom. Bei einer partiellen Mondfinsternis stehen Sonne, Erde und Mond hintereinander, der Mond taucht aber nur teilweise in den Kernschatten der Erde ein. Bei einer totalen Mondfinsternis wird er dagegen vollständig verdeckt. Über Brandenburg, Niedersachsen und der nördlichen Hälfte Sachsen-Anhalts habe eine Wolkendecke häufig den Blick auf das Schattenspiel der Himmelskörper versperrt, sagte DWD-Meteorologe Christian Herold am Freitag. Die Menschen dort können aber in jedem, Fall auf die nächste von Deutschland aus sichtbare totale Mondfinsternis am 28. September 2015 hoffen.

Das oft beeindruckende Schattenspiel beschäftigt die Menschen seit Jahrhunderten. In Mythen und Legenden schrieben sie dem Lauf der Himmelskörper einen höheren Sinn zu und versuchten, die kosmischen Ereignisse zu erläutern. Chinesische Beobachter stellten sich vor, dass bei einer Finsternis ein himmlischer Drache den Mond verschlingt. Die Wikinger fürchteten den Wolf Hati, der dem Mond am Himmel nachjagt und ihn gelegentlich fängt. Mit viel Lärm schlugen sie Hati bei Finsternissen schließlich in die Flucht.

Bei den Ägyptern war es der böse Gott Seth, der das heilige Horusauge am Himmel stahl. Die Amazonas-Indianer begründeten den bei einer totalen Finsternis rotbraun gefärbten sogenannten „Blutmond“ mit einer Pfeilattacke eines jugendlichen Bogenschützen. Sie lässt den Mond bluten, bis ein Schamane den Pfeil herauszieht und die Wunde heilt.

dpa

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