Gericht hat entschieden

Bundeswehr: "Haar- und Barterlass" rechtmäßig

Berlin - Das Verteidigungsministerium darf seinen Soldaten auch weiterhin vorschreiben, welche Haartracht sie zu tragen haben. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte die Gültigkeit des sogenannten Haar- und Barterlasses.

Männliche Soldaten haben demnach auch keinen Anspruch auf Gleichbehandlung mit Soldatinnen, die ihre Haare auch länger behalten dürfen. (Az: 1 WRB 2.12 und 1 WRB 3.12)

Damit wies das Bundesverwaltungsgericht einen jungen Mann ab, der 2009 den damaligen Grundwehrdienst angetreten hatte. Er hatte 40 Zentimeter lange Haare, die ihm offen auf den Rücken fielen. Im Dienst trug er zunächst einen Pferdeschwanz mit Haaren bis zu den Schulterblättern. Später band er die Haare hoch.

Seine Vorgesetzten verlangten, die Haare soweit zu kürzen, dass die Frisur dem "Haar- und Barterlass" entspricht. Dieser sieht für männliche Soldaten vor, dass Ohren und Augen nicht bedeckt sein und mit aufrechtem Kopf die Haare nicht den Uniform- oder Hemdkragen berühren dürfen.

Der Soldat weigerte sich, seine Haarpracht zu kappen. Seine Beschwerde beim Truppendienstgericht blieb jedoch ohne Erfolg. Auch das Bundesverwaltungsgericht wies den Mann nun ab.

Zur Begründung erklärten die Leipziger Richter, die Bundeswehr sei auf ein einheitliches Auftreten nach außen und einen engen Zusammenhalt nach innen angewiesen. Hierzu trage der "Haar- und Barterlass" bei. Dieser verordne zudem keine "Einheitsfrisur", sondern setze lediglich "äußere Grenzen".

Dieses Ziel rechtfertige auch eine unterschiedliche Behandlung der Geschlechter. Dass Frauen längere Haare tragen dürfen, sei zudem "eine zulässige Maßnahme zur Förderung von Frauen in der Bundeswehr". Der Frauenanteil liege dort erst bei zehn Prozent. Eine Tradition für ein einheitliches Erscheinungsbild der Soldatinnen habe sich noch nicht entwickelt, erklärte das Bundesverwaltungsgericht.

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Rheintalbahn soll erst am 7. Oktober freigegeben werden
Alles dauert viel länger als zunächst gedacht. Erst am 7. Oktober sollen wieder Züge auf der europäischen Hauptachse Rheintalbahn fahren. Bis dahin muss das Notkonzept …
Rheintalbahn soll erst am 7. Oktober freigegeben werden
Todesschütze von Konstanz stand unter Drogen
Der 34-Jährige, der vor mehr als drei Wochen einen Türsteher vor einer Diskothek in Konstanz erschoss, stand zur Tatzeit erheblich unter Drogen und Alkohol. 
Todesschütze von Konstanz stand unter Drogen
Warum dieses Koala-Baby in der Wildnis keine Chance hätte
Mit seinem weißen Fell ist das Koala-Baby Joey aus dem Australia Zoo wahrlich eine Seltenheit. So süß es aussieht, in der Wildnis hätte es genau deshalb schlechte …
Warum dieses Koala-Baby in der Wildnis keine Chance hätte
Zahl der Verkehrstoten deutlich gestiegen
Über 1500 Menschen sind von Januar bis Juni auf deutschen Straßen gestorben - mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Risiko, bei einem Unfall zu sterben, ist in den …
Zahl der Verkehrstoten deutlich gestiegen

Kommentare