Haarausfall ist für einige Männer ein Problem: Doch wer zahlt eine Therapie?
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Haarausfall ist für einige Männer ein Problem: Doch wer zahlt eine Therapie?

Keine Revision zugelassen

Kosten für Haarwuchsmittel: 31-Jähriger klagt gegen Krankenkasse - Gericht fällt deutliches Urteil

Die Krankenkasse wollte das Haarwuchsmittel eines 31-Jährigen nicht bezahlen. Der klagte. Das Landessozialgericht in Hessen hat nun darüber entschieden.

Darmstadt - Ein 31-Jähriger hat nach verschiedenen erfolglosen Therapien gegen Haarlosigkeit ein Mittel dagegen gefunden: Ein Arthritis-Medikament welches als Nebenwirkung den Haarwuchs verstärkt. Die Kosten für das Medikament sollte seine Krankenkasse übernehmen.

Haarwuchsmittel: Krankenkasse lehnte Kostenübernahme ab

Pech für den Versicherten, die Krankenkasse lehnte seine Forderung ab. Arzneien, die überwiegend der Verbesserung des Haarwuchses dienen, sind von der Leistungspflicht ausgenommen, argumentierte die gesetzliche Krankenkasse. Der Versicherte wollte das nicht hinnehmen und klagte vor Gericht. Nun liegt das Urteil des Hessischen Landessozialgericht vor.

Krankenkassen müssen grundsätzlich keine Haarwuchsmittel bezahlen. Das gelte erst recht, wenn das verordnete Medikament gar nicht zur Verbesserung des Haarwuchses zugelassen sei, teilte das hessische Landessozialgericht in Darmstadt am Dienstag mit. „Ausgeschlossen sind jedoch Arzneimittel, die überwiegend zur Verbesserung des Haarwuchses dienen“, heißt es in einer Mitteilung des Gerichts. (Az. L 1 KR 405/20)

Urteil: Krankenkassen müssen Haarwuchsmittel für 31-Jährigen nicht bezahlen

Das Medikament sei bei dem 31-Jährigen ausschließlich mit dem Ziel eingesetzt worden, den nicht mehr vorhandenen Haarwuchs zu fördern, urteilten die Richter. Damit stehe bei der Anwendung eine Erhöhung der Lebensqualität im Vordergrund. Die von dem 31-Jährigen beklagten psychischen Probleme wegen des Haarverlusts seien mit Mitteln der Psychiatrie und Psychotherapie zu behandeln.

In bestimmten Fällen habe die Krankenkasse auch ein Medikament für die Behandlung einer Erkrankung zu gewähren, für welche das Arzneimittel nicht zugelassen sei. Voraussetzung sei jedoch unter anderem, dass es sich um eine schwerwiegende Erkrankung handle. Hiervon sei in diesem Fall nicht auszugehen. Eine Revision wurde nicht zugelassen.

Covid-19 kann auch Haarausfall zur Folge haben. Über diese Spätfolge einer Corona-Infektion sprach Karoline Preisler (48) offen bei Markus Lanz (ZDF), wie Merkur.de* berichtete. (ml, afp, dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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