Hackerangriff auf US-Sicherheitsinstitut

London - Hacker haben  offenbar eine große Zahl an E-Mail- und Kreditkartendaten des in den USA ansässigen Sicherheitsinstituts Stratfor gestohlen - zu einem guten Zweck.

Ausgerechnet ein renommiertes US-Beratungsunternehmen für internationale Sicherheitsanalysen ist über Weihnachten einem spektakulären Hackerangriff zum Opfer gefallen.

Anfängliche Berichte, wonach die Internet-Aktivistengruppe Anonymous für den Angriff verantwortlich gewesen sei, bestätigten sich nicht. Die Gruppe wies in einem Pressetext die Verantwortung von sich.

Stattdessen soll die Hackergruppe "Lulzsec" den Angriff gestartet haben. Dabei wurden tausende Kreditkartendaten von Kunden des Unternehmens Stratfor gestohlen, dem enge Kontakte zum US-Geheimdienst CIA nachgesagt werden.

Ziel der Aktion sei es, „mehr als eine Million Dollar“ (770 000 Dollar) als Weihnachtsspenden an gemeinnützige Einrichtungen umzuverteilen. Opfer hätten bereits von nicht genehmigten Überweisungen berichtet.

Stratfor bietet seinen Kunden Analysen zu aktuellen geopolitischen Sicherheitsfragen wie Terrorismus, politische Umwälzungen oder Machtwechsel in einzelnen Ländern.

Die im Internet gezeigte Aufstellung umfasst Finanzinstitute wie die Bank of America, Unternehmen wie den Flugzeugbauer Boeing oder den Computerhersteller Apple und Medien wie den US-Fernsehsender NBC. Auch Regierungs- und Militäreinrichtungen gehören offenbar dazu, darunter die amerikanische Luftwaffe und das US-Justizministerium.

Die Tricks der Daten-Hacker

Die Tricks der Daten-Hacker

Stratfor bestätigte den Angriff unter anderem aus seiner Seite im sozialen Netzwerk Facebook: „Am 24. Dezember haben Unbefugte personenbezogene Daten und dazugehörige Kreditkartendaten von einigen unserer Kunden offengelegt.“ Ermittlungen seien aufgenommen worden. Der Internetauftritt des Unternehmens mit Sitz in Texas ging auf unbestimmte Zeit vom Netz.

Im Kurznachrichtendienst Twitter und auf verlinkte Internetseiten gaben die Hacker zahlreiche Details zu ihrer Aktion preis. So zeigten Sie einen Screenshot, der belegen soll, dass mit einer der geklauten Kreditkartennummern eine Spende über 494 Dollar an einen Versender von Carepaketen getätigt worden sei. Zudem machten sie sich über die laxe Verschlüsselung der Stratfor-Daten lustig. Die Prüfziffern der Kreditkarten seien zum Beispiel im Klartext gespeichert worden. Auch Passwörter von Nutzern legten die Datendiebe offen.

Den Angaben auf Twitter zufolge habe es sich bei der Attacke auf Stratfor nur um den Beginn einer längeren Angriffsserie auf Server im Internet gehandelt.

dpa/dapd

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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