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Kenneth Williams ist der vierte Straftäter, der in nur einer Woche in Arkansas hingerichtet wurde.

4. Exekution in acht Tagen

Häftling stirbt qualvoll bei US-Hinrichtung

Little Rock - Im US-Bundesstaat Arkansas ist der vierte Straftäter hingerichtet worden - binnen gut einer Woche, denn der Gift-Cocktail ist nicht mehr lange haltbar. Menschenrechtler sind entsetzt.

Im US-Bundesstaat Arkansas ist der vierte Häftling innerhalb von acht Tagen hingerichtet worden. Der verurteilte Mörder Kenneth Williams sei am späten Donnerstagabend mit der Giftspritze getötet worden, berichtete die Zeitung „Arkansas Online“ unter Berufung auf einen Gefängnissprecher.

Nach der Exekution war es zu Kritik an dem Verfahren gekommen. Williams hatte sich nach der Injektion des ersten Wirkstoffes nach Berichten von Augenzeugen gehustet, mehrmals gekrümmt und wohl auch geröchelt. Laut seinem Anwalt Shawn Nolan erlebte Williams einen heftigen dreiminütigen Todeskampf.

Die Behörden in dem südlichen Bundesstaat sahen jedoch keine Veranlassung, eine Überprüfung der Vorgänge einzuleiten.

Alle Gnadengesuche abgelehnt

Williams' Anwälte hatten bis zuletzt für den Stopp der Exekution gekämpft. Der 38-Jährige wurde hingerichtet, nachdem mehrere Gerichte ihre Anträge abgewiesen hatten, darunter auch der Oberste Gerichtshof der USA. Die Verteidiger hatten unter anderem geltend gemacht, dass ihr Mandant, der bereits eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes verbüßte, unter einer Lernbehinderung leide und den Intelligenzquotienten eines Kindes habe. 

Williams hatte 1998 eine 19-jährige Cheerleaderin ermordet und war deshalb zu lebenslanger Haft verurteilt worden. 1999 entkam er in einem Fass mit Küchenabfällen versteckt aus dem Gefängnis. Auf einer Farm in der Nähe der Haftanstalt erschoss er den 57-jährigen Cecil Boren und stahl dessen Wagen. Im Nachbarbundesstaat Missouri lieferte er sich eine Verfolgungsfahrt mit der Polizei, bei der der 24-jährige Lieferwagenfahrer Michael Greenwood getötet wurde.

Sogar Tochter von Williams‘ Opfer bittet um Gnade

Auch dessen Tochter wandte sich mit einem Gnadengesuch an den Gouverneur. Der Schmerz ihrer Familie könne durch die Hinrichtung nicht "geheilt" werden, schrieb Kayla Greenwood an Hutchinson. Williams' Tod werde "unseren Vater nicht zurückbringen", sondern nur für zusätzliches Leid sorgen.

Greenwoods Angehörige sorgten sogar dafür, dass Williams ein letztes Mal Besuch von seiner Tochter und seiner kleinen Enkelin bekommen konnte. Sie bezahlten den beiden die Flugtickets und fuhren sie vom Flughafen zum Gefängnis.

Die Familie des Opfers Cecil Boren zeigte sich dagegen zufrieden über die Hinrichtung. "Wir haben eine lange, lange Zeit darauf gewartet", sagte Borens Witwe Genie dem Fernsehsender Fox 16. Arkansas' Generalstaatsanwältin Leslie Rutledge erklärte, mit der Vollstreckung des Todesurteils sei Borens Familie "Gerechtigkeit" widerfahren.

Protest gegen „Fließband-Hinrichtungen“

Der republikanische Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson, wollte ursprünglich acht Häftlinge binnen elf Tagen hinrichten lassen, weil Ende April das Haltbarkeitsdatum des bei Giftinjektionen verwendeten Mittels Midazolam abläuft. Die US-Behörden haben jetzt Nachschubprobleme, weil einige Hersteller ihre Mittel nicht für Exekutionen zur Verfügung stellen. Hutchinson hatte deshalb per Dekret die größte Hinrichtungswelle in den USA seit 40 Jahren angeordnet. Vier der geplanten Exekutionen wurden aber von Gerichten gestoppt. 

In Arkansas hatte es zuvor seit 2005 keine Hinrichtungen gegeben. Das geplante Hinrichtungsserie sorgte weltweit für Kritik und Proteste. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte den US-Bundesstaat auf, die "Fließband"-Hinrichtungen zu stoppen. Auch die Europäische Union sowie die Bundesregierung in Berlin protestierten gegen die Exekutionen.

US-Bundesrichterin ordnet Untersuchung an

Weniger als 24 Stunden nach Williams‘ Hinrichtung wies Bundesrichterin Kristine Baker in ihrem am Freitagabend (Ortszeit) verkündeten Urteil die Autopsie der Leiche an und forderte die Behörden auf, Blut- und Gewebeproben des Hingerichteten aufzubewahren, damit mögliche Regelverstöße untersucht werden können. 

Die Anordnung erfolgte nach einem entsprechenden Antrag des Todeskandidaten Jason McGehee, der ursprünglich selbst am Donnerstag hatte hingerichtet werden sollen. Er und drei weitere zum Tode verurteilte Straftäter hatten aber bereits zuvor einen Aufschub ihrer Hinrichtung erreicht.

dpa/afp

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