+
Die Familie XL: Mehr Konflikte, aber auch mehr gegenseitige Unterstützung. Foto:Christoph Schmidt

Zahl der Mehrgenerationenhaushalte geht stark zurück

Drei Generationen unter einem Dach - diese Familien-Konstellation gibt es in Deutschland immer seltener. Vor allem im ländlichen Raum wohnen noch Jung und alt in einem Haushalt - doch auch dort sind Mehrgenerationenhaushalte ein Auslaufmodell.

Berlin (dpa) - Haushalte, in denen Eltern, Kinder und Großeltern zusammenleben, haben in Deutschland absoluten Seltenheitswert. In gerade einmal 0,5 Prozent aller Haushalte wohnen drei oder mehr Generationen.

In den vergangenen zwanzig Jahren ging die Zahl der Mehrgenerationenhaushalte deutlich zurück: Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts schrumpfte die Zahl der Haushalte mit drei Generationen oder mehr von 351.000 im Jahr 1995 auf 209.000 im vergangenen Jahr, ein Rückgang von 40,5 Prozent, wie Präsident Dieter Sarreither am Donnerstag in Berlin sagte.

Für ihre Berechnungen haben die Statistiker Ergebnisse aus dem Mikrozensus als Grundlage genommen. Für diese Erhebung wird einmal im Jahr ein Prozent der Bevölkerung Deutschlands von den Statistischen Landesämtern befragt.

Auf dem Land, also in Gemeinden mit 10.000 Einwohnern oder weniger, ist Generationen-Wohnen noch etwas weiter verbreitet als in städtischen Gebieten. Während auf dem Land im vergangenen Jahr in 0,8 Prozent der Haushalte drei Generationen oder mehr wohnten, waren es in Städten ab einer halben Million Einwohnern gerade einmal 0,3 Prozent. Doch auch in ländlichen Gebieten ist der Anteil von 1,8 Prozent im Jahr 1995 in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich zurückgegangen.

In fast dreiviertel aller deutschen Haushalte lebte im vergangenen Jahr eine Generation, stellten die Statistiker fest. Generationenübergreifend wohnten hauptsächlich Familien mit Kindern (26,9 Prozent). Einen Bruchteil bilden andere Haushaltsformen ab. In nur 0,7 Prozent der Haushalte wohnte die mittlere Generation mit ihren Eltern unter einem Dach.

Die Statistikexperten wiesen darauf hin, dass oftmals mehrere Generationen einer Familie zwar nicht in einem Haushalt wohnen, aber durchaus im selben Haus oder nicht weit voneinander weg an verschiedenen Orten. Diese Beziehungen zwischen den Generationen einer Familie konnten bei den Berechnungen nicht berücksichtigt werden, wie der Präsident des Statistischen Bundesamts erläuterte.

Mitteilung Destatis

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bei Bedarf lernen Hummeln kicken
Britische Forscher haben Hummeln eine ungewöhnliche Tätigkeit beigebracht: Die Tiere lernten, einen winzigen Ball in ein Loch zu rollen, um eine Zuckerlösung zu …
Bei Bedarf lernen Hummeln kicken
Sturmtief "Thomas" fegt über Westen Deutschlands hinweg
Berlin/Düsseldorf - Umgestürzte Bäume und lahmgelegte Züge: Sturmtief "Thomas" braust am Donnerstagabend vor allem über Nordrhein-Westfalen. Zuvor kam in Großbritannien …
Sturmtief "Thomas" fegt über Westen Deutschlands hinweg
Forscher untersuchen Alterung von Barbie im Museum
Nürnberg (dpa) - Wie hält man Barbie im Museum fit? Chemiker und Konservierungs-Wissenschaftler haben bei einem Forschungsprojekt für das Spielzeugmuseum in Nürnberg die …
Forscher untersuchen Alterung von Barbie im Museum
Zahl der Einbrüche nach Jahren wohl rückläufig 
Berlin - Jahrelang hatte die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland zugenommen. Jetzt zeichnet sich ein Rückgang ab. 
Zahl der Einbrüche nach Jahren wohl rückläufig 

Kommentare