Hälfte der libyschen Luftabwehr zerstört

Washington - U-Boote haben in den vergangenen 24 Stunden 24 Marschflugkörper auf libysche Ziele abgefeuert. Unterdessen haben sich die 28 Nato-Staaten grundsätzlich auf einen Plan zur Durchsetzung eines Flugverbots über Libyen geeinigt.

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Damit wurden seit Beginn der Militäroperation am Samstagabend 160 Tomahawks gestartet, die vor allem Kommandozentralen und Kommunikationsverbindung der libyschen Streitkräfte treffen sollten. Inzwischen sei rund die Hälfte der libyschen Luftabwehr zerstört worden, hieß es aus Militärkreisen. Der Pilot und der Waffensystemoffizier eines über Libyen abgestürzten US-Kampfjets vom Typ F-15 sind wohlauf.

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Dies teilte das US-Afrika-Kommando mit, das die Militäraktion in dem nordafrikanischen Land leitet. Nach einem technischen Defekt hätten sich die beiden Piloten mit dem Schleudersitz gerettet und seien von Rettungsteams der US-Marines in Sicherheit gebracht worden, hieß es. Sie hätten lediglich leichte Verletzungen davongetragen.

Die in London erscheinende Zeitung “Daily Telegraph“ berichtet, dass einer der Piloten nach der Fallschirmlandung von einen Libyer auf offenem Feld in der Nähe der Stadt Bengasi entdeckt wurde. Der Libyer habe den Piloten in den Arm genommen und ihm für die Unterstützung gedankt. Der F-15-Kampfjet kam vom Stützpunkt Aviano in Italien.

Bodenkämpfe gehen weiter

Unterdessen gehen die Kämpfe zwischen den libyschen Streitkräften und Rebellen weiter. In der ostlibyschen Stadt Adschabija seien Rebellen von Einheiten des Machthabers Muammar al Gaddafi unter Beschuss genommen worden, berichteten Korrespondenten der Nachrichtenagentur AP. Auch Misrata, die letzte Hochburg der Rebellen im Westen Libyens, wurde vom Gaddafi-Truppen bombardiert. Nach Berichten eines Arztes sollen dort bereits wieder Panzer der regulären Armee durch die Straßen rollen. Dieser Augenzeuge, der aus Furcht vor möglichen Repressalien durch das Gaddafi-Regime anonym bleiben wollte, warf der internationalen Koalition vor, beim versprochenen Schutz von Zivilisten versagt zu haben.

Nato einig über Operationsplan für Flugverbot

Die 28 Nato-Staaten haben sich unterdessen grundsätzlich auf einen Plan zur Durchsetzung eines Flugverbots über Libyen geeinigt. Sie beschlossen nach Angaben von Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen einen entsprechenden Operationsplan. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der seit Freitag währende Streit um die Führungsrolle bei den Militärschlägen gegen das Regime von Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi bereits beigelegt ist. Damit die Nato tätig werden kann, ist ein weiterer Beschluss der Mitgliedstaaten nötig. Dieser wird frühestens am Mittwoch erwartet. Einzelheiten über den Operationsplan in Sachen Flugverbot wurden zunächst nicht bekannt.

dapd/dpa

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