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Sowohl die Tochter (links) als auch der Ehemann (rechts) der Toten wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

In Niedersachsen

Haftstrafen im Prozess um Hungertod von 49-Jähriger

Verden - Weil sich weder der Ehemann noch die Tochter richtig um die verletzte Mutter kümmerten, wurden diese nun zu mehrjährigen Haftstrafen wegen verurteilt.

Im Prozess um den Hungertod einer 49-Jährigen im niedersächsischen Thedinghausen hat das Landgericht Verden den Ehemann und die Tochter des Opfers wegen Totschlags durch Unterlassen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Richter verhängten gegen den 50-Jährigen am Montag eine siebenjährige Gefängnisstrafe. Die 18-Jährige Tochter erhielt eine Jugendstrafe von drei Jahren.

Das Gericht sah es nach Angaben einer Gerichtssprecherin als erwiesen an, dass die Angeklagten die schwerst alkoholkranke und nach einem Sturz verletzte Frau im vergangenen Jahr über Wochen hinweg nicht richtig versorgt hatten, so dass diese in der Familienwohnung langsam verhungerte und verdurstete.

Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft dies als Mord gewertet, diese rechtliche Einschätzung aber im Laufe des viermonatigen Prozesses abgeändert. Sie forderte eine Haftstrafe von zehn Jahre und eine fünfjährige Jugendstrafe. Die Verteidigung des Ehemanns sprach sich für eine zweijährige Bewährungsstrafe aus, die der Tochter für Freispruch.

Die Fall ereignete sich in extrem desolaten Verhältnissen. Das Opfer war nach Angaben der Ermittlungs- und Anklagebehörden schon seit langem alkoholkrank. Anfang vergangenen Jahres brach sie sich bei einem Sturz in der Wohnung die Hüfte. Anschließend lag sie wochenlang auf dem Sofa, bis sie dort starb. Ehemann und Tochter versorgten sie nicht.

dpa

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