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Bei einer Harry-Potter-Ausstellung in New York versucht sich eine Junge beim Quidditch.

Es gibt sogar eine WM

Harry Potters "Quidditch" als echtes Spiel

Edinburgh - Im Roman jagt Harry Potter auf dem Besen durch die Lüfte und muss schweren Eisenkugeln ausweichen. Fans des Zauberlehrlings haben das Spiel "Quidditch" an menschliche Voraussetzungen angepasst.

Drei Hula-Hoop-Reifen sind an einer Schnur zwischen zwei Bäumen aufgespannt. Emily Starbuck läuft direkt auf sie zu, eine gegnerische Spielerin ist ihr dicht auf den Fersen. Den Ball in ihrer Hand will sie durch einen der Reifen werfen, vorbei an der Torhüterin. Der nasse Rasen ist rutschig, und da ist noch ein weiteres Hindernis: Starbuck hat einen Besenstiel zwischen ihre Oberschenkel geklemmt. Den darf sie nicht verlieren. Die junge Studentin ist Kapitän der Quidditch-Mannschaft von Edinburgh.

In der schottischen Hauptstadt hat Joanne K. Rowling die Geschichte des Zauberlehrlings Harry Potter erfunden, in einem Café in der Innenstadt schrieb sie den ersten Roman. Auch das sogenannte Quidditch-Spiel - die Lieblingsportart von Potter und seinen Freunden - hat Rowling in Edinburgh aufgeschrieben. Im Buch ist es voller Zauberei, mit selbst fliegenden Bällen und Besenstiel-Action.

Die Muggel - das ist in Rowlings Zauberwelt der Begriff für Menschen ohne Zauberkräfte - gehen es bodenständiger an. Quidditch ist hier eine Mischung aus Handball und Völkerball. Die sogenannten Jäger versuchen den Ball - im Roman heißt er „Quaffel“ - durch die gegnerischen Hula-Hoop-Reifen zu werfen. Doch der Hüter bewacht seine Ringe. Treiber heißen die Spieler, die ihre Gegner mit Bällen abwerfen.

Weltmeisterschaften in USA

Die 21-jährige Geologie-Studentin Starbuck und ihre Kommilitonen sind nicht die ersten, die auf die Idee kamen, den Sport aus den weltberühmten Romanen selbst zu spielen. Schon 2007 wurde in den USA die International Quidditch Association (IQA) gegründet, damals noch unter dem Namen Intercollegiate Quidditch Association, weil die ersten Wettbewerbe zwischen College-Mannschaften ausgetragen wurden. Inzwischen gibt es sogar Weltmeisterschaften.

„Obwohl das Muggel-Quidditch in den USA schon ziemlich bekannt ist, kam es eigentlich erst vor einem Jahr nach Großbritannien“, sagt Kapitän Starbuck, die die Quidditch-Gruppe in Edinburgh gegründet hat. Sie sind das erste schottische Quidditch-Team und nennen sich „The Holyrood Hippogriffs“. Rund zehn Studenten treffen sich jeden Samstag im Meadows-Park in Edinburgh.

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Starbuck will noch mehr Leute für den ungewöhnlichen Sport begeistern, denn im Roman gibt es noch eine weitere Spielposition: Den Sucher, der den „goldenen Schnatz“ - einen kleinen geflügelten Ball - fangen muss und damit das Spiel beendet. Ohne magische Kräfte sieht das so aus: Der Schnatz wird von einem Menschen gespielt, der gelb gekleidet ist und hinten am Hosenbund einen Tennisball in einem Strumpf befestigt hat. Wer diesen Tennisball zu fassen kriegt, erhält 30 Bonuspunkte.

„Quidditch ist einfach anders als jeder andere Sport“, schwärmt Johnney Rhodes. Der 19 Jahre alte Student spielt als Jäger in der Mannschaft. „Es gibt zum Beispiel keine Trennung zwischen Männern und Frauen. Und du rennst mit einem Holzstock zwischen den Beinen rum, das ist schon ganz schön kreativ und einfach verrückt“, lacht er.

Inzwischen wurden auch in anderen Städten Schottlands Quidditch-Teams gegründet. Im März richten die Vorreiter aus Edinburgh den ersten „Highlander Cup“ mit sieben anderen Mannschaften aus. Eines haben alle Quidditch-Spieler auf dem Feld in Edinburgh gemeinsam: Sie sind Fans der Harry-Potter-Bücher und haben dort zum ersten Mal vom Zauberer-Sport gelesen. „Aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass man Quidditch auch in echt spielen kann“, sagt Rhodes. „Hier im Park wird das Buch lebendig, das ist einfach toll.“

dpa

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