+
Dem Hassprediger Abu Hamza (li.) droht eine lebenslange Haftstrafe.

Abu Hamza bekennt sich nicht schuldig

New York - Der von Großbritannien an die USA ausgelieferte Hassprediger Abu Hamza hat vor Gericht in New York auf nicht schuldig plädiert.

Er wies am Dienstag alle elf Anklagepunkte zurück, wie das „Wall Street Journal“ berichtete. Der 54-jährige Islamist soll an einer Geiselnahme 1998 im Jemen beteiligt gewesen sein, bei der vier Menschen getötet wurden. Zudem soll er ein Jahr später mitten in den USA ein Terrorcamp errichtet haben. Ihm droht lebenslange Haft.

Nach jahrelangem juristischen Tauziehen war er am Wochenende an die USA ausgeliefert worden. In Großbritannien saß Abu Hamza wegen Aufrufs zu Rassenhass und Mordanschlägen in Haft. Er hatte im Norden Londons ein islamistisches Zentrum aufgebaut. Die USA versuchten seit acht Jahren, seine Auslieferung durchzusetzen. Hamza wehrte sich bis zuletzt erbittert dagegen.

WANTED! Die Top Ten der US-Fahndungsliste

WANTED! Die Top Ten der US-Fahndungsliste

Zwei Mitangeklagte hatten bereits am Samstag auf nicht schuldig plädiert. Sie sollen für die verheerenden Anschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania verantwortlich sein. Bei der Doppelattacke waren 1998 mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen.

Abu Hamza, ein gebürtiger Ägypter mit britischem Pass, hat nur ein Auge und eine Metallkralle statt der rechten Hand. Die Verletzungen soll er sich im „Heiligen Krieg“ gegen die Sowjets in Afghanistan zugezogen haben.

Der High Court in London hatte am Freitag in letzter Instanz einen Versuch Abu Hamzas zurückgewiesen, die Auslieferung zu verhindern. Abu Hamza hatte zuletzt Gesundheitsgründe angeführt und erklärt, er leide an Depressionen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Vor der lybischen Küste: Mindestens elf tote Flüchtlinge geborgen
Bei zwei Einsätzen hat die lybische Küstenwache 263 Menschen gerettet. Dabei wurden mindestens elf tote Flüchtlinge geborgen.
Vor der lybischen Küste: Mindestens elf tote Flüchtlinge geborgen
Mann erschießt vier Menschen bei Nashville in Tennessee
Vier Menschen sterben, als ein Mann in den USA in einem Restaurant das Feuer eröffnet. Die Polizei sagt, es hätte noch viel mehr passieren können - hätte nicht ein …
Mann erschießt vier Menschen bei Nashville in Tennessee
Gewitter, Starkregen, Unwetter - So ungemütlich geht es nach dem Traumwochenende weiter
Am Wochenende gab es traumhaftes Wetter und das mitten im April. Doch damit ist jetzt erst einmal Schluss. Die nächsten Tage werden alles andere als sonnig und warm.
Gewitter, Starkregen, Unwetter - So ungemütlich geht es nach dem Traumwochenende weiter
Mann erschießt in Restaurant vier Menschen - Polizei veröffentlicht Fahndungsfoto
Erneut erschüttert eine Bluttat die USA: Im Bundesstaat wurden vier Menschen erschossen. Dem Täter gelang die Flucht. 
Mann erschießt in Restaurant vier Menschen - Polizei veröffentlicht Fahndungsfoto

Kommentare