Stichprobenartige Tests

Haushaltsgeräte verbrauchen mehr Strom als angegeben

Berlin - Beim Kauf eines Kühlschranks oder Fernsehers achten Verbraucher auch auf den Energieverbrauch - und vertrauen dabei auf Herstellerangaben. Dabei nehmen es die Unternehmen laut einer Untersuchung jedoch nicht so genau.

Der Stromverbrauch vieler Haushaltsgeräte ist laut einer Untersuchung europäischer Verbraucherverbände oft höher als von den Herstellern offiziell angegeben. Fast jedes fünfte getestete Produkt verbrauchte bei der Analyse mehr Energie als auf der Verpackung genannt. „18 von 100 Geräten hielten nicht die EU-Effizienzvorgaben ein. Einige benötigten bis zu 30 Prozent mehr Strom als angegeben“, sagte Johanna Kardel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv), der an der Untersuchung beteiligt war.

Geprüft wurden 20 Gerätegruppen wie Kühlschränke, Lampen oder Fernseher. „Die Stichprobe macht deutlich, dass viele Hersteller gesetzliche Vorgaben missachten und umgehen“, meinte Kardel. Jedes fünfte Gerät habe den Labortest nicht bestanden. Zuvor hatten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstag) darüber berichtet.

Erhebliche Mängel wurden demnach vor allem bei vernetzten Geräten mit WLAN-Funktion und beim Standby-Verbrauch festgestellt. Eines von drei Produkten hatte die WLAN-Funktion standardmäßig aktiviert. Bei einem vernetzten Wasserkocher konnte beispielsweise diese Funktion trotz Herstellerangaben nicht ausgeschaltet werden. Ein getesteter Kühlschrank verbrauchte bis zu 12 Prozent mehr Energie als angegeben.

Milliarden-Einsparungen gehen verloren

Zusatzkosten für den Verbraucher würden vom Geschirrspüler bis zum Kühlschrank anfallen. Durch die falsche Kennzeichnung gingen den Haushalten nach Angaben der Verbraucherschützer europaweit jedes Jahr mehr als zehn Milliarden Euro an möglichen Einsparungen verloren.

Durch die schrittweise Umsetzung neuer, seit 2015 greifender Ökodesign-Standards und der EU-Energieverbrauchs-Kennzeichnung könnte jeder Haushalt ab 2020 jährlich durchschnittlich 465 Euro Stromkosten sparen, sagte BUND-Energieexperte Robert Pöschmann. „Voraussetzung wäre, dass Haushaltsprodukte mindestens die Effizienz erreichen, mit der die Hersteller werben.“

Erst im Dezember war bekannt geworden, dass der tatsächliche Stromverbrauch und die Leistung von Lampen häufig von den Angaben auf der Verpackung abweichen. Die EU-Kommission führte dies darauf zurück, dass Hersteller teils erlaubte Fehlertoleranzen ausschöpfen, und kündigte eine Überarbeitung der entsprechenden Richtlinie an.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Frau kratzt sich beide Augen aus! Darum verlangten das unheimliche Stimmen von ihr
Eine Frau steht vor einer Kirche und hört plötzlich Stimmen. Kurze Zeit später finden Anwohner die 20-Jährige, wie sie sich mit ihren eigenen Händen die Augen auskratzt.
Frau kratzt sich beide Augen aus! Darum verlangten das unheimliche Stimmen von ihr
„Nur noch eine Frage der Zeit“: Steht Lotto vor dem Aus?
Das staatliche Glücksspiel-System scheint vor dem Aus zu stehen. Kritiker warnen vor dem Lotto-Kollaps und erklären, wie es dazu kommen konnte.
„Nur noch eine Frage der Zeit“: Steht Lotto vor dem Aus?
Heidelberg: Polizei schießt auf Mann mit Messer 
In Heidelberg war ein Mann mit einem Messer bewaffnet unterwegs. Als er mit damit auf Polizisten zuging, schossen sie auf ihn. 
Heidelberg: Polizei schießt auf Mann mit Messer 
Betrunkener Ehemann bittet Polizei um ungewöhnlichen Gefallen
Ein betrunkener Ehemann hat sich am Samstagabend mit einem ungewöhnlichen Wunsch an die Polizei gewandt. Der 34-Jährige wollte in seinem Zustand auf keinen Fall nach …
Betrunkener Ehemann bittet Polizei um ungewöhnlichen Gefallen

Kommentare