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Dermatologen rechnen mit mehr Hautkrebs in Deutschland.

Ärzte: Immer mehr Fälle

Hautkrebs-Welle - Böse Folgen einer Mode aus den 1960er- und 70er-Jahren

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Nach der Meinung von Hautärzten wird es in der Zukunft in Deutschland deutlich mehr Fälle von Hautkrebs geben. Dafür verantwortlich ist ein Stil-Trend, der in den 1960er und 70ern begann.

München - Deutsche Dermatologen rechnen für die nächsten 30 Jahre mit einem deutlichen Anstieg aller Hautkrebs-Arten in Deutschland. Die tückische Krankheit ist nach Informationen der Techniker Krankenkasse schon jetzt der Grund für jede dritte Krebsdiagnose - Tendenz steigend. Besonders besorgniserregend: Die Patienten werden immer jünger.

Hautkrebs: Zahl der Erkrankungen wird steigen

„Wir werden jetzt die Effekte der 70er und 80er Jahre sehen, in denen Bräune schick war“, sagte Dirk Schadendorf, Hautarzt am Uniklinikum Essen, am Donnerstag bei der Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft in Berlin. Damals habe es häufig weniger Bewusstsein für Sonnenschutz gegeben und auch deutlich weniger Lichtschutzfaktoren bei Sonnencreme.

Arzt zu Hautkrebs-Vorsorge: „Verhaltenswandel gibt es nur bedingt“

Zurzeit gibt es laut Schadendorf in Deutschland rund 300.000 Neudiagnosen von Hautkrebs pro Jahr. In der Mehrzahl handele es sich um weißen Hautkrebs, 23.000 Fälle beträfen schwarzen Hautkrebs. Am häufigsten werden dabei das Basalzellkarzinom und das Spinaliom, die beide auch als heller oder weißer Hautkrebs bezeichnet werden, diagnostiziert. Auf Rang drei folgt dann schon der bösartige schwarze Krebs. Dazu kämen seltene andere Hautkrebsarten. 

Heute sei das Bewusstsein für die Folgen von Sonnenbränden größer, sagte der Facharzt. „Einen Verhaltenswandel gibt es aber nur bedingt.“ Sonnencreme werde häufig noch zu dünn oder nicht oft genug aufgetragen. Dadurch werde der aufgedruckte Lichtschutzfaktor selten erreicht. „Eine Packung Sonnenschutz hält pro Person vielleicht zwei Wochen. Aber nicht drei Sommer lang für eine Familie“, sagte der Hautarzt.

Hautkrebs-Vorsorge: Sonnencreme allein reicht nicht

Sonnencreme allein helfe auch nicht zwingend gegen schwarzen Hautkrebs. Wichtig sei generell, nicht zu lange in der prallen Sonne zu bleiben, Kopfschutz sowie lange Hemden und Hosen zu tragen und auch mal mit einem T-Shirt ins Wasser zu gehen. Selbsthilfegruppen sehen immer noch eine Verharmlosung und ein Unterschätzen von Hautkrebs. „So unter dem Motto: „Ach, nur Hautkrebs, da hast du aber Glück gehabt““, sagt Katharina Kaminski von der Patientenselbsthilfe Melanom in Düsseldorf. Sie forderte Sonnencremspender in Schulen und Kitas und ein Verbot von Solarien.

dpa/rjs

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