Havariertes Schiff vor Neuseeland soll leer gepumpt werden

Wellington - Wie eine tickende Zeitbombe sitzt das Containerschiff "Rena" nach seiner Havarie vor der neuseeländischen Küste an einem Riff fest.

Bis zu 30 Tonnen giftiges Schweröl sollen bereits in den Pazifik geflossen sein, wie die Bergungsteams am Sonntag mitteilten. Sobald wie möglich soll das Abpumpen des Treibstoffs beginnen. Die in Liberia registrierte “Rena“ war am Mittwoch auf das Astrolabe-Riff rund zwölf Seemeilen vor der Stadt Tauranga aufgelaufen und hatte seitdem Diesel verloren. Die 110 000 Einwohner halten den Atem an. Ihre große Furcht ist, dass der 32 Jahre alte Frachter aus Liberia auseinanderbricht und die rund 1500 Tonnen Schweröl aus seinen Tanks ins Meer strömen.

Die Behörden bereiten die Menschen schon seit Tagen auf das Schlimmste vor, die Rede ist von der möglicherweise größten Umweltkatastrophe seit Jahrzehnten. Und auch am Sonntag betonte Verkehrsminister Steven Joyce: “Es ist unmöglich zu vermeiden, dass bereits ausgelaufenes Öl die Küste erreicht.“ Bergungsexperten bemühen sich rund um die Uhr, eine große schwarze Flut zu vermeiden, das Öl soll aus den Tanks gepumpt werden.

Nach Havarie: Ölpest in Neuseeland

Nach Havarie: Ölpest in Neuseeland

Ein weiteres Schiff habe neben der “Rena“ beigedreht und werde bald damit beginnen, den Treibstoff aus dem Tank abzupumpen, hieß es in einer Mitteilung der neuseeländischen Wasserschutzbehörde am Sonntag. Die Arbeiten würden mindestens zwei Tage dauern und könnten sich bei schlechtem Wetter weiter verzögern. Doch selbst wenn die “Rena“ nicht auseinanderbricht, wird es vermutlich Monate dauern, bis das 236 Meter lange Schiff flottgemacht wird und das Riff verlassen kann.

Experten wie Einheimische fragen sich indes, wie der Frachter überhaupt mit dem Riff kollidieren konnte: Es ist nur 80 Meter breit, meistens auch gut sichtbar - und seit 1827 in den Seekarten verzeichnet, wie örtliche Medien festhielten. Das Unglück geschah am vergangenen Mittwoch um 02.20 Uhr in der Nacht, und so wird spekuliert, Übermüdung der Besatzung könnte im Spiel gewesen sein. Die 23-köpfige Crew wird derzeit befragt.

dapd/dpa

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