Bewohner jagt Doppelhaushälfte in die Luft 

Mittenwald - Hinter der Explosion einer Doppelhaushälfte im oberbayerischen Krün am Mittwochmorgen könnte ein menschliches Drama stecken.

Vermutlich steckt hinter der Explosion einer Doppelhaushälfte in Krün (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) eine menschliche Tragödie. Die Hinweise verdichten sich, dass der Bewohner selbst sein Haus hochgehen ließ. Die Doppelhaushälfte mit weißen Wänden und viel hellem Holz, die der alleinstehende 57-Jährige vor etwa drei Jahren gebaut haben soll, war bereits der Zwangsversteigerung zum Opfer gefallen. Für gestern, den Unglückstag, um 8 Uhr sei dann der Termin zur Zwangsräumung angesetzt gewesen, bestätigt Amtsgerichtsdirektor Christian Pritzl auf Anfrage. Zur Abschaltung der Gasleitung habe es zwei Titel gegeben, Gerichtsvollzieher und Spedition waren bestellt. Tatsächlich kommt morgens ein Gerichtsvollzieher. Auch er ist fassungslos bei dem Anblick.

Bei dem Unglück wird der Bewohner lebensgefährlich verletzt. Er hat schwere Verbrennungen erlitten, schlimmer als zunächst angenommen. Notarzt und Sanitäter des Roten Kreuzes versorgen den Mann und bringen ihn in das Klinikum Murnau. Sein Zustand ist kritisch. Die vier Bewohner der anderen Haushälfte erleiden jeweils einen schweren Schock. Sie werden von Rettungskräften betreut. 

Helfer des Technischen Hilfswerkes (THW) räumen ganze Berge von Schutt aus dem Haus und stützen es mit Gerüsten und Holzbalken ab. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Fest steht nach Angaben von Bernhard Resch, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd, bisher nur, dass das Haus an die Erdgasversorgung angeschlossen war. Bei der behutsamen Räumung des Kegels fahndeten die Beamten aber auch nach Benzinkanistern

Rubriklistenbild: © dpad

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