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Heftiges Nachbeben im indonesischen Aceh

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- Jakarta - Ein heftiges Nachbeben hat am Freitag die indonesische Krisenprovinz Aceh erschüttert und Panik unter der Bevölkerung ausgelöst. Durch den Erdstoß der Stärke 6,1 auf der Richterskala habe es nach ersten Berichten aber keine Opfer oder größere Schäden gegeben.

Das teilte das Amt für Geophysik und Meteorologie in Banda Aceh mit. Unterdessen begrüßten die Vereinten Nationen Pläne der indonesischen Regierung, frühestens in ein bis zwei Monaten darüber zu entscheiden, welche der rund 160 in Aceh tätigen Hilfsorganisationen die Provinz verlassen müssen.

Jakarta wollte zunächst bis zum 26. März über den Verbleib ausländischer Helfer in Aceh bestimmen. Diese Frist werde nun um 30 bis 60 Tage und möglicherweise auch darüber hinaus verlängert, hieß es in einer Regierungsmitteilung. Es werde mehr Zeit für Beratungen mit Geberländern und Hilfsorganisationen benötigt. Zudem solle den Helfern Gelegenheit gegeben werden, ihre Projekte abzuschließen.

Indonesien will mit diesem Schritt nach eigener Darstellung eine «Überschneidung bei den Wiederaufbaumaßnahmen» verhindern. Die Frist zum 26 März und hatte im Ausland Befürchtungen vor einer neuerlichen Isolation der Bürgerkriegsprovinz geweckt. Vor der Flutkatastrophe konnten Hilfsorganisationen nur sehr begrenzt in Aceh arbeiten, ausländischen Journalisten war die Einreise de facto verboten.

An der Nordspitze der Insel Sumatra kämpft seit fast 30 Jahren die Bewegung Freies Aceh (GAM) für die Unabhängigkeit der an Öl- und Gasvorkommen reichen Provinz. Dem Konflikt fielen seitdem mehr als 12 000 Menschen zum Opfer. Durch die verheerende Flutwelle vom 26. Dezember starben dort mindestens 126 500 Menschen, während das Schicksal von rund 94 000 zunächst als unklar galt.

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