+
Drei Männer als Heilige Drei Könige verkleidet.

Termin und Infos

Heilige Drei Könige 2017: Wo und warum ist dieser Tag ein Feiertag?

  • schließen

München - Was ist 2017 der Termin für Heilige Drei Könige? Und warum ist Dreikönig überhaupt ein Feiertag?

Heilige Drei Könige: Wann, wie und wieso feiern wir diesen Tag eigentlich?

Für den Großteil der bayerischen Bevölkerung ist Dreikönig wohl vor allem eines: Ein gern gesehener Feiertag, der uns in diesem Jahr sogar ein verlängertes Wochenende beschert. Besonders beliebt ist auch die Tradition des Sternsingens an Dreikönig: Hier ziehen Kinder von Haus zu Haus und schreiben einen Segen an die Tür.

Was feiern wir an Heilige Drei Könige 2017 eigentlich?

Heilige Drei Könige ist ein kirchlicher Feiertag und geht auf die biblische Erzählung der drei Weisen aus dem Morgenland zurück, die nach Jesu Geburt wertvolle Geschenke brachten und ihn damit göttlich anerkannten. Heute ist Dreikönig ein Feiertag, der zwar nur in wenigen Bundesländern gesetzlich festgelegt wurde, aber trotzdem in ganz Deutschland gefeiert wird. Vor allem die Tradition des Sternsingens ist bundesweit bekannt und bringt jedes Jahr eine hohe Summe an Spenden ein.

Datum Dreikönig: An welchem Tag ist Heilige Drei Könige 2017?

Heilige Drei Könige feiern wir jedes Jahr am 6. Januar. In drei Bundesländern ist dieser als gesetzlicher Feiertag festgelegt: In Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Bayern bekommen Arbeitnehmer und Schüler an Dreikönig frei. Der beliebte Brauch des Sternsingens wird allerdings auch in vielen anderen Bundesländern zelebriert. 2017 fällt Heilige Drei Könige im Übrigen auf einen Freitag – und bringt Arbeitnehmern damit ein verlängertes Wochenende. Für Schüler fällt der Feiertag allerdings in die Ferienzeit und schenkt damit keinen zusätzlichen freien Tag.

Wieso feiern wir Heilige Drei Könige? Die Geschichte der drei Weisen aus dem Morgenland

Das biblische Matthäusevangelium berichtet: Weise Männer aus dem Morgenland sollen am Tag von Jesu Geburt einen Stern am Himmel ganz besonders hell leuchten gesehen haben – und diesem deswegen gefolgt seien. Mit auf ihre Reise nahm jeder von ihnen den kostbarsten Gegenstand, den er besaß, um ihn Jesus als Geschenk überbringen zu können. 

Wie der Historiker Michael Hesemann im „Münchner Merkur“ erklärt, lässt sich der Begriff „Heilige drei Könige“ nicht auf das biblische Matthäusevangelium, das den Besuch der drei Männer überliefert, zurückführen: „So leid es mir tut, es hat sie nie gegeben, denn von „Königen“ steht kein Wort im Matthäus-Evangelium: da ist im Originaltext vielmehr von „Magoi“ die Rede. Dieser Begriff ist in der Antike seit dem griechischen Historiker Herodot ganz klar definiert: Magoi sind Angehörige der Priesterkaste des persischen Volkes der Meder, die als sternkundige Orakelpriester galten.

Die Magoi folgen seit dem 6. Jh. v. Chr. dem Propheten, Zarathustra. Der hatte persischen Quellen zufolge vorausgesagt, dass eines Tages ein Retter mit dem Namen „Saoshyant“ geboren würde, was wörtlich „Heilbringer“, also Heiland, bedeutet. „Saoshyant“ würde von einer Jungfrau geboren, würde das Böse besiegen, Tote erwecken und ein neues Zeitalter einleiten. Sein Kommen würde durch die Geburt eines neuen Sternes angekündigt.

So wies Zarathustra die Magoi an, nach diesem Stern Ausschau zu halten. Nun standen die antiken Perser in ihrer Religion den Juden sehr nahe. Auch Zarathustra lehrt, es gäbe nur einen Gott. Jüdische Quellen halten ihn für einen Schüler des Propheten Daniel, der zur gleichen Zeit wie Zarathustra am persischen Königshof wirkt, während die Perser glauben, Daniel sei ein Schüler des Zarathustra gewesen. Später gründet Königin Esther in Ekbatana eine jüdische Kolonie. Gleich zweimal, nach der Machtergreifung des Herodes und im 7. Jh. n. Chr., verbünden sich Juden mit den Persern. Aus diesen Tatsachen schlussfolgert Historiker Hesemann: „So kann kein Zweifel bestehen, dass den Magoi die jüdischen Messiaserwartung bekannt gewesen ist. Sie haben genau gewusst, wo sie suchen müssen!“

Übrigens: Die Namen Caspar, Melchior und Balthasar – so werden die Heiligen Drei Könige heute genannt - werden erstmals in Legenden des 6. Jahrhunderts erwähnt. Im biblischen Originaltext sind sie namenlos.

Welche Geschenke brachten die Heiligen Drei Könige?

Jeder der drei Weisen aus dem Morgenland hatte ein anderes Geschenk für den kleinen Jesus dabei. Caspar legte beispielsweise etwas Myrrhe unter die Krippe Jesu. Dies ist ein bitterer, aber wohlriechender Saft, der aus dem Harz verschiedener Balsambäume gewonnen wird. Früher hat man diesen als medizinisches Mittel oder für die Einbalsamierung verwendet.

Balthasar brachte Weihrauch, um damit die Göttlichkeit des Kindes zu symbolisieren. Melchior, der letzte der Heiligen Drei Könige, hatte Gold mitgenommen, um zu zeigen, wie viel das Neugeborene ihm wert sei.

Sternsinger an Heilige Drei Könige 2017: Das bedeutet der Segen an der Haustüre

An Heilige Drei Könige ziehen in ganz Deutschland Kinder als Sternsinger verkleidet von Tür zu Tür. Sie segnen Häuser und Wohnungen, indem sie den Segen mit Kreide über die Türen schreiben. In diesem Jahr wird dieser so aussehen: 20*C+M+B+17. Das Sternchen steht dabei für die Sternschnuppe, der die Heiligen Drei Könige der Legende nach zur Krippe Jesu gefolgt seien sollen. Die Buchstaben C, M und B stehen dabei im Übrigen nicht für die Namen der Heiligen Drei Könige, sondern sind die Abkürzung für die drei lateinischen Worte „Christus Mansionem Benedicat“. Übersetzt heißt das, Christus segne dieses Haus. Mit den drei Kreuzen wird der Segen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes bezeichnet.

Heilige Drei Könige: Sternsingen für einen guten Zweck

Der Brauch des Sternsingens kommt bereits aus dem Mittelalter, als Jungen in den Gassen der Städte den Zug zur Krippe nachspielten. Heute werden die Sternsinger durch das Kindermissionswerk organisiert und stellen damit die größte Spendensammelaktion von Kindern für Kinder in der ganzen Welt dar. Alle Spenden, die durch das Dreikönigssingen gesammelt werden, müssen im Übrigen an das Kindermissionswerk geschickt werden, welches diese dann an bestimmte (im Vorhinein festgelegte) Organisationen oder Projekte verteilt. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann sich auf der Seite des Kindermissionswerks darüber informieren

Heilige Drei Könige: So erkennen Sie „echte“ Sternsinger

Das Kindermissionswerk warnt gleichzeitig auch vor Sternsingern, die nicht der bundesweiten Aktion angehören, sondern im eigenen Interesse sammeln. Es empfiehlt aus diesem Grund den Pfarreien, ihre Sternsinger mit Ausweisen auszustatten, die mit einem Stempel versehen werden. So können Sie an der Haustüre leicht erkennen, ob es sich um Sternsinger der bundesweiten, kirchlichen Aktion handelt.

Heilige Drei Könige 2017: Für welches Projekt sammeln Sternsinger in diesem Jahr?

In jedem Jahr widmen die Sternsinger ihre Aktion einem anderen Projekt, das sie mit den gesammelten Spenden unterstützen. 2017 sollen diese nach Kenia gehen, in die Region der Turkana. Hier herrscht aufgrund des Klimawandels eine immer bedrohlichere Wasserknappheit, die Region wird immer lebensunfreundlicher für deren Bewohner. Durch die Spenden der Sternsinger sollen Wasserprojekte gefördert, Landwirtschaft ermöglicht und die sanitäre Versorgung der Menschen verbessert werden. Zudem soll mit dem Geld die Bildung der Kinder verbessert und in Schulen investiert werden. Da viele Kinder der Turkana aufgrund der knappen Wasser- und Lebensmittelverhältnisse unterernährt sind, sollen die Spenden der Sternsinger auch dabei helfen, diese medizinisch zu versorgen und ihnen gesunde Mahlzeiten zu geben. Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, findet weitere Informationen auf der Seite des Kindermissionswerks.

Christi Himmelfahrt: Alles, was Sie zu diesem Feiertag wissen müssen, erfahren Sie hier.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gesunkenes U-Boot: Leiche von Journalistin gefunden
Sie wollte eine Reportage über einen U-Boot-Bauer schreiben und verlor ihr Leben. Die schwedische Journalistin Kim Wall ist tot, ihr Körper wurde zerstückelt. Diese …
Gesunkenes U-Boot: Leiche von Journalistin gefunden
Jetzt ist es bestätigt: Frauenleiche ist vermisste Journalistin Kim Wall
Bei der an der Küste vor Kopenhagen gefundenen Frauenleiche handelt es sich um die vermisste schwedische Journalistin Kim Wall.
Jetzt ist es bestätigt: Frauenleiche ist vermisste Journalistin Kim Wall
Horror: Seil reißt bei Bungee-Sprung, 17-Jährige stürzt Klippen hinab
Es sollte ein unvergessliches Erlebnis werden, doch es endete in einem Albtraum bei einem Bungee-Sprung: Dort riss das Seil, eine Frau stürzte in die Tiefe.
Horror: Seil reißt bei Bungee-Sprung, 17-Jährige stürzt Klippen hinab
Junge Urlauberin löst mit Notfall-App Großeinsatz aus
Kühlungsborn - Eine 17-jährige Urlauberin hat am Dienstag in Kühlungsborn mithilfe einer Notfall-App einen Großeinsatz ausgelöst. Die Polizei hält sich bei der …
Junge Urlauberin löst mit Notfall-App Großeinsatz aus

Kommentare