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Millionen Pilger werden in Rom erwartet.

Millionen Pilger erwartet

Heiliges Jahr in Rom beginnt: Was ist das eigentlich?

Rom - Am Dienstag eröffnet Papst Franziskus im Petersdom das Heilige Jahr 2016, das "Jubiläum der Barmherzigkeit". Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

In den kommenden Monaten werden in Rom Millionen Pilger erwartet, die zum Sündenablass die "Heilige Pforte" im Petersdom durchschreiten können. Aus Furcht vor Anschlägen gelten in Rom strenge Sicherheitsvorkehrungen.

Was ist das Heilige Jahr?

Die Tradition der Heiligen Jahre reicht bis ins Jahr 1300 zurück. Während eines Heiligen Jahres gewährt der Papst den Gläubigen unter bestimmten Bedingungen einen vollständigen Erlass ihrer Sünden. Zuletzt hatte Papst Johannes Paul II. vor 25 Jahren ein Heiliges Jahr ausgerufen. Damals strömten etwa 30 Millionen Gläubige nach Rom. Bislang wurden 26 ordentliche Heilige Jahre gefeiert, die alle 25 Jahre stattfinden. Das von Franziskus ausgerufene "Jubiläum der Barmherzigkeit" ist ein außerordentliches Heiliges Jahr.

Wie ist der Ablauf des Heiligen Jahres?

Das Heilige Jahr beginnt am 8. Dezember und endet am 20. November 2016. Beide Termine sind katholische Feiertage: Die Eröffnung fällt mit dem Hochfest der Unbefleckten Empfängnis Mariens zusammen, das Ende mit dem Christkönigsfest. Der Papst will mit dem Heiligen Jahr auch an das Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils erinnern, das am 8. Dezember 1965 endete. Damals waren wegweisende Reformen beschlossen worden.

Am Dienstag richten sich zunächst alle Blicke nach Rom: Die Öffnung der sogenannten Heiligen Pforte des Petersdoms, einer üblicherweise zugemauerten Kirchentür, markiert den offiziellen Auftakt des Heiligen Jahres. Fünf Tage später stehen den Gläubigen auf Wunsch des Papstes auch in Kathedralen und Wallfahrtsorten weltweit Heilige Pforten offen, um einen Sündenerlass zu erlangen.

Welchen Akzent setzt der Papst?

Franziskus hat die Barmherzigkeit zu einem zentralen Thema seines Pontifikats gemacht. Das Motto des Papstes auf seinem Wappen lautet "miserando atque eligendo" ("aus Barmherzigkeit gewählt") und auch in seinem ersten Angelus-Gebet nach seiner Wahl zum Kirchenoberhaupt betonte er die Bedeutung der Barmherzigkeit.

Franziskus verfügte, dass während des Heiligen Jahres auch Häftlinge in der Gefängniskapelle einen Ablass ihrer Sünden erlangen können. Zudem ernannte er 800 Priester zu "Missionaren der Barmherzigkeit", die besondere Vollmachten erhalten, um Gläubige von Sünden loszusprechen, von denen normalerweise nur der Papst freisprechen kann. Der Papst erlaubt es im Heiligen Jahr auch allen Priestern, Frauen von der "Sünde der Abtreibung" loszusprechen.

Wie bereitet sich Rom auf den Pilger-Ansturm vor?

Der Vatikan rechnet mit mehr als 30 Millionen Pilgern. Die Angst vor Anschlägen könnte einige Gläubige aber von einer Reise nach Rom abhalten. Etwa 2000 zusätzliche Sicherheitskräfte werden während des Jubeljahres in der italienischen Hauptstadt stationiert. Die Videoüberwachung auf dem Petersplatz wird verstärkt, zudem werden dort zusätzliche Sicherheitsschleusen installiert. Für bestimmte Veranstaltungsorte in Rom wurde ein Überflugverbot erlassen.

AFP

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