Die erste Trauung auf dem Wendelstein nahm Bayrischzells Bürgermeister Helmut Limbrunner persönlich vor. Damals gaben sich Giovanna und Andreas Königsreuter das Ja-Wort. Acht Ehen wurden 2010 in luftiger Höhe geschlossen. Foto: kn

Heiraten auf dem Wendelstein kommt an

Bayrischzell - An außergewöhnlichen Orten zu heiraten ist modern. Den Trend erkannt hat auch die Gemeinde Bayrischzell: Seit April 2010 können sich Paare auf dem Wendelstein das Ja-Wort geben. Ein Angebot, das gut angenommen wird.

Acht Ehen wurden 2010 in luftigen 1734 Metern Höhe geschlossen. Als Trauungsraum hat der Wirt des Wendelsteinhauses, Paul Müller, die „Münchner Stuben“ zur Verfügung gestellt. Für dieses Jahr haben sich bereits acht heiratswillige Paare einen Termin vormerken lassen. Die Ersten werden Anfang Mai mit der Hochseilbahn von Osterhofen aus ins Eheglück fahren - außer die stürmischen Zeiten beginnen schon vor der Ehe. „Bei starken Sturmböen kann die Seilbahn nicht fahren“, erklärt Josef Acher, Leiter des Standesamtes.

So schlimm ist es bisher noch nicht gekommen. Pech mit dem Wetter hatte allerdings ein Brautpaar, das einen Termin Anfang August 2010 wählte. „Drei Grad war es kalt, und fast hätte es zu schneien begonnen“, erinnert sich der Standesbeamte an den „Sommertag“.

„Die meisten Paare haben einen Bezug zu den Bergen“, sagt Acher. So sei die Idee zu den Hochzeiten auf dem Wendelstein auch von den Brautpaaren selbst ausgegangen. Eines, so erinnert er sich, habe die ersten Schritte ins Eheleben sogar ganz sportlich genommen: Nach der Trauung stiegen sei gemeinsam zu Fuß wieder ins Tal ab.

Die Hochzeit fast am Gipfelkreuz sei vor allem bei Auswärtigen beliebt. So kamen die meisten Paare im vergangenen Jahr aus München. Auch einen richtigen Flachlandtiroler hat Acher vermählt: Der Bräutigam stammte aus den Niederlanden.

Nicht nur Acher, sondern auch Bürgermeister Helmut Limbrunner, Kämmerer Hubert Pöllinger und Gemeindeangestellte Monika Veitweber schließen Ehen in luftigen Höhen. Eine enorme Einnahmequelle seien die Trauungen am Wendelstein allerdings nicht, betont Acher. Zwar müssen die Paare deutlich mehr hinlegen, als wenn sie sich im Rathaus das Ja-Wort geben: Mit rund 400 Euro ist zu rechnen, inlusive der 50 Euro Aufpreis für den Aufwand, den die Standesbeamten betreiben müssen, und der 200 Euro Raumnutzungsgebühr.

Übrigens: Standesamtliche Trauungen am Wendelstein erfolgen ausschließlich über die Gemeinde Bayrischzell. Brannenburg, auf der anderen Seite des Berges, schickt keine Standesbeamten auf den Gipfel. Wer allerdings kirchlich dort oben heiraten will, müsse bei der Gemeinde im Kreis Rosenheim anfragen, so Acher.

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