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Papst Johannes Paul II. (l) hat am Samstag (10.10.1998) den scheidenden Bundeskanzler Helmut Kohl zu einer Privataudienz im Vatikan empfangen.

Altkanzler schreibt Gastbeitrag

Kohl: Johannes Paul II. "größter Papst" seit Langem

Berlin/Rom -  Altkanzler Helmut Kohl Papst Johannes Paul II. in einem Gastbeitrag für eine Zeitung als "größten Papst seit langer Zeit" gewürdigt. Er habe auch am Fall der Berliner Mauer mitgewirkt.

Altkanzler Helmut Kohl hat Papst Johannes Paul II. vor dessen Heiligsprechung am Sonntag als „größten Papst seit langer Zeit“ gewürdigt. „Wir Deutsche und Europäer und mit uns viele Menschen in der Welt haben allen Grund, diesem großartigen Mann Dank zu sagen. Er war ein Pontifex im wahren Sinne des Wortes: Er war ein Brückenbauer“, schreibt Kohl in einem Beitrag für die „Bild“-Zeitung vom Samstag. „Er hat die Menschen verstanden, er hat sie angesprochen und ihre Herzen berührt.“

Kohl würdigte auch den Beitrag Johannes Pauls II. „am Zusammenbruch des Kommunismus“: „Er hat ganz wesentlichen Anteil daran, dass der Fall der Berliner Mauer und die friedliche Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas 1989/90 möglich wurden.“

Heiligsprechung von Johannes Paul II. - Hunderttausende Gläubige erwartet

Zur Heiligsprechung von gleich zwei ehemaligen Päpsten werden am Sonntag im Vatikan (ab 10.00 Uhr MESZ) mindestens 800.000 Gläubige erwartet, möglicherweise auch viel mehr. Beobachter vermuten, dass Papst Franziskus die beiden Päpste gleichzeitig heiligspricht, um liberales und konservatives Lager innerhalb der katholischen Kirche miteinander zu versöhnen. Johannes XXIII. gilt als Wegbereiter für eine Modernisierung der Kirche; Johannes Paul II. steht hingegen für eine Rückbesinnung auf traditionelle Werte. Das zurückgetretene Kirchenoberhaupt Benedikt XVI. hat seine Teilnahme an der Zeremonie zugesagt.

Der Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan, Pater Bernd Hagenkord, verteidigte die Heiligsprechung. „Es gibt natürlich viele Kritiker, die sich jetzt zu Wort melden und Heiligsprechungen für überkommen erklären. Da schimmert gefährliche Arroganz durch“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ vom Samstag. Das Wirken der Heiligen führe vor Augen, „dass ein Leben im Sinne Gottes gelingen kann“. „Heiligenverehrung ist nicht unmodern“, betonte er.

dpa/AFP

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