1. Startseite
  2. Welt

Lauterbach sieht Studie aus Portugal als Grund für „gedämpften Optimismus“

Erstellt:

Von: Bettina Menzel

Kommentare

Lauterbach
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sieht in einer aktuellen Studie aus Portugal Grund für „gedämpften Optimismus“. © Bernd Elmenthaler/Imago

Gesundheitsminister Karl Lauterbach glaubt, dass eine Studie aus Portugal sich im Herbst als wichtig erweisen könnte - und zeigt sich vorsichtig optimistisch.

Berlin - Ende März konnten Experten in Portugal erstmals die BA.5-Variante des Coronavirus nachweisen, kurz darauf stiegen die Infektionszahlen rasant an. Nun kommen offenbar gute Nachrichten aus dem kleinen Land auf der iberischen Halbinsel. Eine aktuelle Studie gibt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) jedenfalls Grund für „gedämpften Optimismus“.

Warum Studie aus Portugal Karl Lauterbach verhalten optimistisch stimmt

Portugal war eines der ersten Länder weltweit, die von einer BA.5-Prävalenz betroffen waren. Entsprechend gut ist die Datenlage, aus der sich teilweise auch Erkenntnisse für Deutschland ziehen lassen. Die Studie eines Forscherteams um João Malato vom João Lobo Antunes Institut für Molekulare Medizin in Lissabon erschien am 31. August in der angesehenen medizinischen Fachzeitschrift The New England Journal of Medicine.

„Wir fanden heraus, dass eine frühere SARS-CoV-2-Infektion eine schützende Wirkung gegen eine BA.5-Infektion hatte, und dieser Schutz bei einer früheren Infektion mit BA.1 oder BA.2 am höchsten war“, so die Forscher zu ihren Ergebnissen. Sie wiesen allerdings darauf hin, dass diese Daten im Hinblick auf Durchbruchsinfektionen in einer hochgradig geimpften Bevölkerung betrachtet werden müssten. Portugal war zeitweise Impfweltmeister, 98 Prozent der Bevölkerung über zwölf Jahren ist geimpft.

„Diese Studie aus Portugal könnte sich im Herbst als wichtig erweisen und wäre ein Grund für gedämpften Optimismus. Die Daten zeigen einen relativ hohen Schutz bei Omikron-Genesenen mit zusätzlicher Impfung vor einer BA.5 Infektion“, analysierte der Epidemiologe und Harvard-Assistenzprofessor am Freitag die Studienergebnisse auf Twitter.

Als Vorbereitung auf den Herbst: Impflücke in Deutschland schließen

Anders als in Portugal klafft in Deutschland noch immer eine Impflücke. Zwar sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) bereits rund 76 Prozent der Gesamtbevölkerung geimpft, doch nur 62 Prozent haben eine oder zwei Auffrischungsimpfungen erhalten. Allerdings weist das RKI selbst darauf hin, dass die tatsächliche Impfquote bis zu fünf Prozentpunkte höher liegen könnte, als auf dem Impfdashboard angegeben. Wie hoch die Zahlen auch sind, Impfen bleibt weiterhin wichtig - als Weg aus der Pandemie und um das Risiko eines schweren Verlaufs zu reduzieren. Insbesondere, da die BA.5-Variante gefährlicher ist als Omikron und sich auch hierzulande bereits durchgesetzt hat.

„Wenn Impflücken mit neuen angepassten Impfstoffen, egal ob BA.1 oder BA.4/5, geschlossen würden, insbesondere in Ü 60 Gruppe, könnte eine niedrige Krankheitsschwere und Sterblichkeit erreicht werden“, betonte Lauterbach dazu auf Twitter. „Zusammen mit den moderaten IfSG Maßnahmen würden wir Herbst/Winter meistern“, gibt der Gesundheitsminister einen Ausblick, wie sich die Menschen in Deutschland gegen die Herbst- und Winterwelle wappnen können. Mit dem Kürzel IfSG bezieht sich Lauterbach auf die Maßnahmen des Infektionsschutzgesetzes, die ab 1. Oktober gelten. Diese sehen etwa das Tragen von FFP2-Masken im Personenfernverkehr vor.

Auch interessant

Kommentare