Hilfswerke bestätigen Tod deutscher Mitarbeiter

Kabul - Nun ist es traurige Gewissheit: Die Arbeitgeber der in Afghanistan vermissten Entwicklungshelfer bestätigen unabhängig voneinander, dass es sich bei den entdeckten Leichen um die beiden Deutschen handelt.

Die beiden in Afghanistan vermissten deutschen Entwicklungshelfer sind tot. Ihre Arbeitgeber bestätigten am Mittwoch, dass es sich bei den im Gebirge gefundenen Leichen um die zwei Männer im Alter von 59 und 69 Jahren handelt. Sie sollen nun in den nächsten Tagen mit einer Bundeswehr-Maschine nach Deutschland zurückgebracht werden. Die Hintergründe des Verbrechens sind weiter unklar.

Die beiden Männer waren im Auftrag der staatlichen Entwicklungshilfsorganisation GIZ sowie der evangelischen Christusträger Bruderschaft in Afghanistan. Am 19. August verschwanden sie bei einer privaten Wanderung in der Provinz Parwan nördlich von Kabul. Dort wurden am Montag auch ihre Leichen entdeckt, die dann zum US-Militärstützpunkt Bagram und identifiziert wurden.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sprach den Familien im Bundestag seine Anteilnahme aus. “Der Tod macht uns alle betroffen. Wir trauern mit den Freunden und Angehörigen.“ Offen ist noch, wann die Toten nach Deutschland geflogen werden. Auch die gerichtsmedizinische Untersuchung steht noch aus.

Nach Angaben der Provinzregierung fielen die Entwicklungshelfer einem Raubmord zum Opfer. Vermutlich wurden sie erschossen. Verdächtigt werden Nomaden vom Stamm der Kuchi. Von deutscher Seite gab es keine Angaben zur Todesursache.

Die Christusträger Bruderschaft im fränkischen Triefenstein teilte mit: “Am 6. September wurde unser Bruder Siegbert als einer der beiden Toten identifiziert. Er wurde Opfer eines Gewaltverbrechens.“ Der Werkzeugmachermeister aus Meißen (Sachsen) habe seit drei Jahren in einer Ausbildungswerkstatt in Kabul gearbeitet. Die Bruderschaft ist bereits seit 1969 ohne Unterbrechung in Afghanistan tätig.

Bei dem zweiten Toten handelt es sich um einen 59-jährigen Beschäftigten der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der ebenfalls in Kabul arbeitete. Er stammte aus Baden-Württemberg. Afghanistan gehört zu den größten Empfängerländern von deutscher Entwicklungshilfe. Allein von staatlicher Seite sind dort annähernd 2000 deutsche Helfer tätig.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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