+
Eine Todeszelle im texanischen Gefängnis.

Schwer gestört oder vorgetäuscht?

Hinrichtung eines psychisch Kranken aufgeschoben

Washington - Ein 56-Jähriger wegen Mordes Verurteilter hat nun eine Gnadenfrist erhalten: Die Hinrichtung wurde aufgeschoben, da der psychische Zustand geklärt werden muss.

Ein US-Berufungsgericht hat die Hinrichtung eines mutmaßlich psychisch kranken verurteilten Mörders in letzter Minute aufgeschoben. Das Gericht wolle kurzfristig aufgekommene juristische Fragen klären, teilte das Todesstrafen-Informationszentrum in Washington am Mittwoch mit. Die Exekution von Scott Panetti war für den Abend im Staatsgefängnis von Huntsville in Texas geplant gewesen.

Seine Anwälte betonen, Panetti sei geistig schwer gestört. Der heute 56-Jährige habe schon als Teenager Zeichen von Psychosen aufgewiesen und Schizophrenie entwickelt. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, Panetti täusche seine Krankheit nur vor.

In dem Prozess 1995 in Texas verteidigte er sich selbst, erschien im Cowboy-Kostüm mit Riesenhut und wollte Präsident John F. Kennedy, den Papst und Jesus Christus als Zeugen vorladen. Er wurde dennoch schuldig gesprochen, seine Schwiegereltern mit einem Jagdgewehr erschossen zu haben - vor den Augen seiner Frau und seiner dreijährigen Tochter.

1986 hatte das höchste Gericht der USA im Kern entschieden, dass Geisteskranke nicht hingerichtet werden dürften. 2007 bekräftigte der Supreme Court ein Exekutionsverbot für Häftlinge, die nicht rational verstehen könnten, warum sie hingerichtet werden.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dutzende Feuerwehrleute nach Hochhaus-Einsturz verschüttet
Teheran – Ein siebzehnstöckiges Einkaufsgebäude ist in Irans Hauptstadt Teheran nach einem Großbrand eingestürzt. Viele Feuerwehrmänner, die gerade das Feuer löschen …
Dutzende Feuerwehrleute nach Hochhaus-Einsturz verschüttet
Streit um Sex-Hotline-Anrufe endet beinahe tödlich
Bielefeld - Teure Anrufe bei einer Sex-Hotline ließen erst die Telefonrechnung explodieren, und dann einen Mann, als der feststellte, dass der Nachbar sie getätigt …
Streit um Sex-Hotline-Anrufe endet beinahe tödlich
Forscher: Das war Ötzis letzte Mahlzeit
Wien/Bozen - Neue Erkenntnisse zum Gletschermann Ötzi. Sein Mageninhalt wurde analysiert: Die letzte Mahlzeit des „Iceman“ war wohl eine kulinarische Köstlichkeit.
Forscher: Das war Ötzis letzte Mahlzeit
Stiefvater ließ Lara Mia (9 Monate) verhungern - Urteil
Hamburg - Ein neun Monate altes Mädchen stirbt in Hamburg – zum Todeszeitpunkt ist das Kind stark unterernährt. Fast acht Jahre später fällt im Prozess ein überraschend …
Stiefvater ließ Lara Mia (9 Monate) verhungern - Urteil

Kommentare