Luftbild des Albertville Schulkomplexes in Winnenden bei Stuttgart. Hier trug sich der Amoklauf im März 2009 zu.

Hinterbliebene von Winnenden-Opfern kritisieren Prozessverlauf

München - Hinterbliebene von Opfern des Amoklaufs von Winnenden im Frühjahr 2009 haben laut einem Medienbericht den Verlauf des Prozesses gegen den Vater des Täters scharf kritisiert.

Das Nachrichtenmagazin "Focus" zitierte aus einer schriftlichen Stellungnahme, derzufolge mehrere Familien besonders das Aussageverhalten einiger Zeugen vor dem Stuttgarter Landgericht monieren.

Durch Schweigen oder widersprüchliche Angaben verhinderten sie bewusst die Aufklärung des Amoklaufs vom 11. März 2009, lautet demnach der Vorwurf. Die Zeugen wollten erreichen, "dass alles möglichst im Dunkeln bleibt" und "sich raushalten aus Unannehmlichkeiten".

Winnenden: Gedenken an die Amok-Opfer

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Besonders kritisch beurteilen die hinterbliebene die Aussage der Seelsorgerin, die die Familie des Amokläufers Tim K. in den Wochen nach der Tat betreute. Zunächst hatte sie vor Gericht erklärt, die Eltern hätten frühzeitig von den "Hass- und Tötungsfantasien" ihres Sohnes gewusst, später zog sie die Aussage zurück, die den Vater schwer belastete.

Durch Manöver wie dieses gerate die Aufklärung der Amoktat zur Farce, monierten die Familien der getöteten Schüler und Lehrer. Es bestehe die Gefahr, "dass wir nichts für die Zukunft lernen", heißt es laut dem Magazin in der Erklärung. Zeugen, die sich der Aufarbeitung der Tat verweigerten, seien "mitschuldig" wenn es erneut zu einem solchen Verbrechen komme.

dapd

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