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Ein toter Hirsch liegt im zerstörten Vorderraum eines Autos bei Wesel. Foto: Polizeiinspektion Harburg

Wildwechsel

Hirsch kracht durch Windschutzscheibe: Ein Schwerverletzter

Wildwechsel auf Landstraßen sind nicht ungewöhnlich. Rehe, Füchse und Wildschweine gefährden oft den Verkehr. Im niedersächsischen Kreis Harburg ist jetzt ein Hirsch in ein Auto gesprungen - die Bilder des zerstörten Wagens werden die Retter so schnell nicht vergessen.

Wesel (dpa) - Ein kapitaler Rothirsch ist im niedersächsischen Kreis Harburg beim Zusammenstoß mit einem Auto durch die Windschutzscheibe gekracht und hat den Fahrer unter sich begraben. Der 42-Jährige konnte sich nicht mehr selbst befreien.

Er musste mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus geflogen werden, schwebt aber nicht in Lebensgefahr. Der 250 Kilogramm schwere Hirsch wurde beim Aufprall vollständig in den Fahrerraum des Wagens gedrückt, er verendete.

Der Unfall ereignete sich noch vor Tagesanbruch am Montagmorgen gegen 7.15 Uhr auf einer Kreisstraße zwischen Undeloh und Wesel. "Das ist ein ländlicher Raum und hier gibt es auch viel Wald", sagte ein Polizeisprecher. "Wildwechsel ist nicht ungewöhnlich."

Ungewöhnlich war aber die Art des Wildunfalls: Der 42-jährige Autofahrer erwischte den Hirsch offensichtlich mitten im Sprung, denn Stoßstange und Kühlergrill des Wagens blieben nahezu unbeschädigt. Der Kadaver des Hirschs lag quer über Fahrer- und Beifahrersitz, nachdem das Tier mit voller Wucht durch die Windschutzscheibe gekracht und auf den Fahrer gefallen war.

Andere Autofahrer entdeckten den Unfall, hielten sofort an, öffneten die Wagentür und zogen den schwer verletzten 42-Jährigen aus dem Pkw. Anschließend wurde er mit einem Helikopter in ein Krankenhaus geflogen. Der Mann war nach Angaben der Polizei nach dem Unfall ansprechbar.

"Rehe und auch Hirsche halten sich oft in Straßennähe auf, weil sie dort in der Winterzeit ihren Mineralhaushalt auffrischen können", sagte der Sprecher des Deutschen Jagdverbandes (DJV), Torsten Reinwald. Die Tiere leckten dort gerne das Streusalz auf.

Die meisten Wildunfälle werden nach seinen Worten in den Monaten März und April registriert - dann gebe es vor allem Revierkämpfe. Für vermehrten Wildwechsel sorgten in dieser Zeit auch Rapsfelder.

Die allermeisten Wildunfälle sind in Deutschland auf Rehe zurückzuführen. 2015 wurden nach Angaben des Jagdverbandes 183 000 Unfälle durch Rehe verursacht. In rund 23 000 Fällen waren Wildschweine der Grund für Unfälle. In nur 2620 Fällen waren - wie am Montag bei Wesel - Rothirsche beteiligt.

Pressemitteilung

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