Historischer Besuch: Die Queen in Irland

London - Erstmals besucht ein britischer Monarch Irland. Für nordirische Terroristen könnte der Besuch der Queen am Dienstag ein Anlass für Anschläge sein, die Polizei ist auf der Hut.

Wenige Tage vor dem ersten Staatsbesuch der Queen in der Republik Irland hat die Polizei die Terrorabwehr in Nordirland massiv verschärft. Am Samstag wurden zwei 25 und 26 Jahre alte Männer unter Terrorverdacht festgenommen, teilte die Polizei in Belfast mit. Über die genauen Vorwürfe wurde zunächst nichts bekannt.

Bereits am Freitag war die 57 Jahre alte Marian Price verhört worden. Sie ist eine der glühendsten Verfechterinnen der irischen Einheit und hatte sich 1998 nach Unterzeichnung des Karfreitagsabkommens von der inzwischen gemäßigten Sinn-Fein-Partei abgespalten. Sie wird mit einem Bombenanschlag 1973 in London in Verbindung gebracht. Price ist heute Sprecherin einer Einheits-Bewegung, die als politischer Arm der bewaffneten IRA-Splittergruppe Real IRA gilt.

Die irischen Behörden hätten der britischen Polizei erlaubt, bewaffnete Polizisten zum Schutz der Queen und von Premierminister David Cameron nach Dublin zu entsenden, berichtete die “Times“ am Samstag.

Das Land hatte sich nach einem Bürgerkrieg Anfang der 1920er Jahre aus britischer Kolonialherrschaft gelöst, Großbritannien behielt aber sechs Countys im Norden, das heutige Nordirland. Nach jahrzehntelangen Konflikten gilt das britisch-irische Verhältnis inzwischen als freundschaftlich.

Allerdings hatten sich in den vergangenen Monaten die Aktivitäten von Terror-Splittergruppen in Nordirland wieder gehäuft. Die Polizei hob mehrere Waffenlager mit Sprengstoff, Munition und Raketenwerfern aus. Es wird vermutet, dass etwa die Real IRA in die organisierte Kriminalität in der irischen Hauptstadt Dublin verwickelt ist, um sich Geld für ihre Bewaffnung zu beschaffen.

dpa

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