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Ein Licht am Ende des Tunnels? Die Suche nach dem sagenumwobenen Nazi-Zug wird immer konkreter.

Auffällige Satellitenbilder

Hitlers Nazi-Zug: Heiße Spuren entdeckt

Breslau - Vor kurzem fanden Schatzsucher in Polen Hinweise auf einen voll mit Gold beladenen Zug aus der Nazizeit. Bis jetzt blieb der mögliche Fundort geheim. Nun gibt es eine erste heiße Spur.

Es ist eines der großen Mysterien aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Kurz vor Kriegsende machte sich ein voll mit Gold beladener Panzerzug der Nazis von Breslau aus auf den Weg nach Waldenburg - und verschwand spurlos. Bis jetzt gab es nur Vermutungen, dass der Zug in einem geheimen Stollen in der Nähe von Breslau abgestellt wurde - handfeste Beweise fehlten.

Nun könnte Bewegung in die Sache kommen. Denn wie die Bild berichtet, gibt es mehrere Anzeichen, dass das geheime Versteck nun gefunden ist - und zwar am Gleiskilometer 61,4 der oben bereits genannten Bahnstrecke zwischen Breslau und Waldenburg. Satellitenbilder "zeigen eindeutig, dass hier eine Sprengung von einem Tunneleingang stattgefunden hat", so die deutsche Historikerin Christel Focken, die seit 15 Jahren die unterirdischen Stollen in der Region erforscht. Das mögliche Versteck ergäbe durchaus Sinn. Denn in der näheren Umgebung gibt es eine alte, zerfallene Steinbrücke, die auf eine Bahnverbindung hindeuten könnte - direkt in Richtung Berg. Auch die 54-jährige Historikerin sieht in dieser Stelle das wahrscheinlichste Versteck. "Das Schloss Fürstenstein, in dem damals das Führerhauptquartier entstehen sollte, ist nur ein paar Kilometer entfernt – und der Tunnel zeigt geradewegs in Richtung Schloss.“

Nicht das einzig mögliche Versteck für Nazi-Zug

Laut Bild gibt es aber noch andere Orte, die sich als Versteck eignen würden. Da wäre zum Beispiel eine Stelle an Gleiskilometer 60,8. Hier waren bereits viele Schatzsucher unterwegs - aus gutem Grund. Denn das schon damals vorhandene Gleis könnte von dieser Stelle mitten in den Berg führen. Jedoch erscheint das Gelände zu schmal, um einst als Bahnverbindung für schwer beladene Güterzüge wie den Nazi-Zug zu dienen.

Auch am Gleiskilometer 65 zwischen Breslau und Waldenburg gibt es einige Indizien, die darauf hindeuten, dass hier der Hitlers Gold-Zug versteckt sein könnte. Hier unterschiedet sich auf einer Fläche von rund 15 Metern die Vegetation sehr auffällig vom übrigen Pflanzenwuchs. Das könnte damit zu begründen sein, dass die Deutschen dort verschiedene Steinarten herangeschafft haben, um den Eingang zum Stollen zu versperren - und so das Gold zu verstecken. Das einzige Problem: Wirklich konkrete Hinweise fehlen, außerdem ist der Streckenabschnitt weit vom Schloss entfernt.

Die Suche geht weiter

Die Suche nach dem sagenumworbenen Nazi-Zug geht also weiter und sorgt für Unstimmigkeiten. Vizekulturminister Piotr Zuchowski hatte gesagt, er habe auf Geo-Radarbildern den über hundert Meter langen gepanzerten Zug gesehen. Daher sei er "zu 99 Prozent sicher", dass es sich um den "Goldzug" der Nazis handele. Die Behörden in Niederschlesien äußerten sich dagegen am Montag skeptisch, dass an der Nachricht über den Fund etwas dran ist. Die polnischen Streitkräfte sollen dabei helfen, Klarheit über den angeblichen Fund eines gepanzerten Nazi-Zuges nahe Breslau zu erhalten. 

Das Verteidigungsministerium habe entschieden, technische Geräte zu entsenden, um die Informationen über den Zug zu überprüfen, sagte ein Sprecher von Verteidigungsminister Jacek Sonta am Dienstag in Warschau. Damit komme die Regierung einer Bitte der Behörden in Niederschlesien nach. Pioniere der polnischen Armee würden in den kommenden Tagen über die benötigten Geräte entscheiden.

Am 20. August hatten ein Deutscher und ein Pole Hinweise auf den als verschollen geltenden Zug gefunden. Die Existenz dieses Zuges wurde dann auch umgehend von den polnischen Behörden bestätigt. Da Warschau jedoch den Fundort nicht verraten wollte, war in den vergangen Tagen ein regelrechter Goldrausch ausgebrochen. Als Reaktion darauf rief die polnische Regierung alle Schatzsucher und Goldgräber zu Vorsicht auf: Der Gold-Zug könnte vermint sein.

Lukas Praller

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