Urlaubsregionen betroffen

„Historische Hitzewelle“ in Griechenland - Waldbrände wüten in Italien und der Türkei: Lage spitzt sich zu

  • Patrick Huljina
    VonPatrick Huljina
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Eine Hitzewelle sorgt in Italien, Griechenland und der Türkei aktuell für Temperaturen jenseits der 40-Grad-Marke und zahlreiche Waldbrände. Ein Überblick.

Antalya/Athen/Catania - Während in Deutschland ein für den Sommer überwiegend typisches mitteleuropäisches Wetter mit immer mal wieder Regen vorherrscht, kämpfen einige Urlaubsländer in Südeuropa mit enormer Hitze und Trockenheit. Temperaturen weit über 40 Grad Celsius sind in Griechenland derzeit an der Tagesordnung. In der Türkei und Italien wüten zudem massive Waldbrände.

Italien: Feuerwehr mit mehr als 800 Waldbrand-Einsätzen - Sizilien besonders betroffen

Seit Tagen lodern vor allem im Süden Italiens und auf den großen Inseln zahlreiche Feuer. Trockenheit, Hitze und starke Winde sorgen immer wieder dafür, dass sich die Brände ausbreiten. Neben Sizilien ist auch der Westen Sardiniens besonders betroffen. Dort brannten Wälder und Häuser ab. Rettungskräfte mussten Menschen in Sicherheit bringen. Kritisch sei die Lage auch im Latium, wo die Hauptstadt Rom liegt, sowie in den Regionen Apulien und Kampanien, teilte die Feuerwehr mit.

Mehr als 800 Mal rückten dort die Einsatzkräfte in den zurückliegenden 24 Stunden wegen der Waldbrände aus. Das teilte die Feuerwehr am Samstagmorgen (31. Juli) via Twitter mit. Alleine in Sizilien seien es 250 Einsätze gewesen. Videoaufnahmen aus Catania zeigten, dass die Brände bis vor die Großstadt im Osten Siziliens vorgedrungen waren. Dicke Rauchschwaden zogen über die Häuser hinweg. Am Freitagabend (30. Juli) musste der Betrieb am Flughafen von Catania kurzzeitig eingestellt werden. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge wurden in der Stadt Häuser evakuiert und 150 Personen in Sicherheit gebracht. Für Samstag (31. Juli) sagte die Zivilschutzbehörde die höchste Brandrisikostufe für Ost- und Nordsizilien voraus.

Türkei: Zahlreiche Feuer in Urlaubsregion Antalya - bislang vier Todesopfer

In der Türkei sind die Einsätze gegen die zahlreichen Waldbrände ebenfalls fortgesetzt worden. Feuer, die in ihrer Zahl normalerweise über einen langen Zeitraum auftreten, seien innerhalb von nur zwei Tagen ausgebrochen, sagte Bekir Pakdemirli, der Minister für Land- und Forstwirtschaft, am Freitag (30. Juli). Zehn Brandherde seien noch aktiv, darunter drei in der beliebten Urlaubsregion Antalya, teilte Pakdemirli am Samstag (31. Juli) auf Twitter mit. Von den insgesamt 98 Bränden, die seit Mittwoch in zahlreichen Provinzen ausgebrochen waren, seien 88 unter Kontrolle.

Auf Fernsehbildern waren meterhohe Flammen, dunkle Wolken und verkohlte Landschaften zu sehen. Durch die Waldbrände sind offiziellen Angaben zufolge bislang vier Personen ums Leben gekommen. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Einige Regionen mussten evakuiert werden, auch Hotels in der Mittelmeerstadt Marmaris und in der Nähe von Bodrum waren betroffen. Die Behörden ermitteln in alle Richtungen und schließen auch Brandstiftung nicht aus. Für die nächsten Tage werden erneut Temperaturen jenseits der 40-Grad-Marke erwartet.

In der Türkei haben die massiven Waldbrände bereits mehrere Todesopfer gefordert.

Griechenland: „Historische Hitzewelle“ - Temperaturen weit über 40 Grad Celsius

In Griechenland sind die Waldbrände, die unter anderem in der Nähe der Hauptstadt Athen gewütet haben, wieder unter Kontrolle. Das teilte der griechische Zivilschutz bereits am Mittwoch (28. Juli) mit. Die seit Anfang der Woche herrschende Hitzewelle scheint allerdings noch weiter anzudauern. Nachdem in den vergangenen drei Tagen stellenweise Werte um die 43 Grad Celsius gemessen worden waren, sollen die Thermometer nach Angaben von Wetterexperten am Wochenende und die ganze kommende Woche tagsüber bis zu 46 Grad Celsius anzeigen.

Auch nachts sollen die Temperaturen in den Ballungszentren demnach nicht unter 30 Grad Celsius fallen. Im staatlichen Fernsehsender ERT sprachen einige Meteorologen bereits von einer „historischen Hitzewelle“. Der Zivilschutz ordnete an, Arbeiten im Freien einzustellen oder so weit wie möglich zu reduzieren. Städte haben klimatisierte Hallen eingerichtet, in denen Menschen Zuflucht finden können, die keine Klimaanlage zu Hause haben. Ärzte rieten Einwohnern und auch Touristen, sich nicht in der prallen Sonne aufzuhalten und keinen Alkohol zu trinken. Man solle öfter duschen und helle weite Baumwollkleidung tragen.

Ein Ende der Hitzewelle in Griechenland konnte am Samstag noch nicht abgeschätzt werden. Einige Experten fürchteten bereits, die gefährliche Situation könnte bis zu zwei Wochen andauern. (ph/dpa)

Rubriklistenbild: © Italian Firefighters/XinHua/dpa

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