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Prozess gegen Hochstapler in Düsseldorf.

Notorischer Betrüger

Betrug und Titelmissbrauch: Vier Jahre Haft für Hochstapler

Düsseldorf - Mal war er Staatsanwalt „Tassilo von Hirsch“, mal gab er sich als Pilot oder Arzt aus. Das Düsseldorfer Landgericht hat einen notorischen Hochstapler erneut aus dem Verkehr gezogen.

Es sei „wirklich unfein“ gewesen, für die Telefonate mit Sex-Hotlines ausgerechnet das Konto seiner Anwaltskanzlei anzugeben, sagt Rechtsanwalt Ingo Schmitz. Aber es zeige auch die „massiven Störungen“ seines Mandanten: „Er wollte lustvoll betrügen.“ Wie eine Spielsucht sei das. Je dreister der Betrug, desto größer der „Kick“. Sein Mandant, ein notorischer Hochstapler, erhielt dafür in Düsseldorf am Montag die Quittung: Das Landgericht verurteilte den 28-Jährigen aus Ratingen zu drei Jahren und neun Monaten Haft.

Das Gericht sprach den mehrfach einschlägig vorbestraften Mann wegen Betrugs und Titelmissbrauchs schuldig. Dass der sogar seinen Rechtsanwalt betrogen habe, zeige seine kriminelle Energie. Für den Betrug am eigenen Anwalt hatte er einfach dessen Kontodaten vom Briefpapier verwendet.

Über 30 Taten waren Marc G. diesmal vorgeworfen worden. Als besonders verwerflich hatte die Staatsanwältin hervorgehoben, dass der 28-jährige unter falschem Namen eine Prostituierte per Flugzeug aus Berlin nach Düsseldorf beordert habe, um sie dann um Lohn und Spesen zu prellen. Auch das Gericht verhängte dafür die höchste Einzelstrafe.

Seine bisherigen Erfahrungen mit der Justiz scheinen Marc G. eher inspiriert als geläutert zu haben: Nachdem er früher als falscher Arzt, Pilot und Diplomat sein Unwesen trieb, trat er nach seiner letzten Verurteilung als Staatsanwalt „Tassilo von Hirsch“ auf.

Die Vorsitzende Richterin Bettina Reucher-Hodges spart angesichts der Unverfrorenheit des Wiederholungstäters nicht mit eindringlichen Worten: „Wir verschonen Sie von der Haft, und dann begehen Sie diese Taten. Die deutlichen Warnzeichen der Justiz haben Sie ständig missachtet. Ich hoffe, dass Sie ihren Weg ändern“, sagt die Juristin und legt dem 28-Jährigen nahe, sich in der Haft endlich mal um eine Berufsausbildung zu bemühen. Ohne sein umfassendes Geständnis wäre die Strafe noch deutlich höher ausgefallen.

„Ich war der Prahler, der im Mittelpunkt stand, Champagner ausgegeben und das Geld rausgelassen hat“, hatte der so Kritisierte beim Prozessauftakt gestanden. Im Düsseldorfer Nachtleben, in Nobel-Clubs, Bordellen und beim Shopping auf der Königsallee habe er insgesamt bereits eine sechsstellige Summe verprasst.

Für 10 000 Euro hatte er die Escort-Dame aus Berlin an seinen Wohnort nach Ratingen geordert, die ihm dort mehrere Stunden mit verbundenen Augen zu Diensten war. Damit seine unter ihm wohnende Mutter vom Treiben nichts mitbekam, musste das Callgirl Ballettschuhe tragen.

Ob Tausende Euro für Zigarren oder teure Kleidung - Aushilfskellner Marc G. hat es krachen lassen, wenn es darum ging, unter falschem Namen, auch dem seiner Mutter, online einzukaufen. Auf 38 Alias-Namen kam die Anklage. Verteidiger Schmitz wirft sich am Montag vergeblich für eine Bewährungsstrafe ins Zeug. Eine Therapie sei viel wichtiger, sagt er.

dpa

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