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Nach den Überschwemmungen in Niederbayern laufen die Aufräumarbeiten unter Hochdruck.

Überschwemmungen nach Dauerregen

Die Lage nach dem Hochwasser in Niederbayern und NRW

München - Das Hochwasser in Deutschland hat vor allem Niederbayern und NRW stark getroffen. In Simbach am Inn sind sogar Menschen ums Leben gekommen. Am Niederrhein stecken Züge fest.

Diese Bilder sind erschreckend: Häuser liegen in Trümmern, Autos und sogar Züge stecken im Schlamm fest. Das Ausmaß des verheerenden Hochwassers ist deutlich. Besonders dramatisch ist die Situation in Niederbayern sowie am Niederrhein in NRW. Das Unwetter forderte sogar Todesopfer.  

Das Hochwasser hat Bayern weiterhin im Griff: Verfolgen Sie die Entwicklungen bei uns im Live-Ticker.

So ist die Lage im Landkreis Rottal-Inn (Niederbayern)

Seit Mittwoch gilt im Landkreis Rottal-Inn wegen der schweren Überschwemmungen Katastrophenalarm. Am schwersten getroffen hat es die Stadt Simbach am Inn. In Simbach hat das Hochwasser neben extremen Sachschäden auch noch drei Tote gefordert. Die Leichen wurden am Mittwochabend in einem überschwemmten Haus entdeckt. Die Toten seien 28, 56 und 78 Jahre alt, teilte die Polizei am Donnerstag in Straubing mit. Auch bei Julbach wurde die Leiche einer Frau an einem Back entdeckt. Dazu musste nach Auskunft des Landratsamtes Rottal-Inn eine Asylbewerberunterkunft geräumt werden. Sogar die Polizisten mussten ihre Dienststelle verlassen. Die Fluten waren anfangs so stark, dass sie sogar Autos mit sich rissen. So wurde eine Frau mit ihrem Wagen sogar in ein metertiefes Erdloch gestürzt, das sich im Asphalt aufgetan hatte. Sie kam ohne Verletzungen davon, ihr Wagen wurde allerdings stark beschädigt. Noch bis zum Donnerstagmorgen war das Technische Hilfswerk in Simbach mit der Rettung von Menschen beschäftigt, die von den Wassermassen eingeschlossen waren. Taucher suchten zudem nach weiteren möglichen Opfern. Laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) würden nach wie vor mehrere Menschen vermisst werden.

Der Markt Triftern mit seinen 5000 Einwohnern war sogar vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten. Der Grund waren überschwemmte Brücken. Binnen sechs Stunden fielen dorrt 32 Liter Regen pro Quadratmeter. Das führte dazu, dass rund 250 Kinder den Mittwoch über in der Turnhalle ausharren mussten. Viele von ihnen konnten erst nachts abgeholt werden. Zwölf Schüler verbrachten die Nacht mit Betreuern in der Schule. Der Unterricht fiel am Donnerstag in einer ganzen Reihe von Schulen aus.

Die Stadt Passau ist derweil verhältnismäßig glimpflich davongekommen, dennoch wurde am Mittwoch der Katastrophenfall ausgerufen. Zwei Uferstraßen mussten gesperrt werden, wenngleich der prognostizierte Pegelhöchststand nicht erreicht wurde. Am Donnerstagmorgen ging der Wasserstand bereits zurück, Behörden und Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW blieben aber in Alarmbereitschaft.

So ist die Lage am Niederrhein in NRW

Der Westen von Nordrhein-Westfalen war am Sonntag ebenfalls von starkem Regen betroffen. Es kam vielerorts zu schweren Schäden. Nach Angaben von NRW-Innenminister Ralf Jäger sind bislang keine Menschen verletzt oder getötet worden.

Hochwasser in Bayern und NRW: So sieht es momentan aus - Bilder

In der Region Xanten steckte ein Regionalzug im Schlamm fest.

Im Kreis Wesel wurde Katastrophenalarm ausgelöst: In Hamminkeln erreichte die Issel einen Pegelstand von zwei Metern. Das sei eineinhalb Meter höher als normal, sagte ein Sprecher des Krisenstabs. Sollte der Damm brechen, wäre ein Gewerbegebiet betroffen. Der Issel-Damm soll wegen des Hochwassers angebohrt werden. Der Pegel steigt zwischenzeitlich stündlich um zehn Zentimeter. Ohnehin seien in Hamminkeln "erhebliche Sachschäden" zu erwarten, sagte Jäger.

Start betroffen ist auch Xanten. In der historischen Altstadt fließt das Wasser nicht ab. Zuvor war in der Region bereits ein Regionalzug steckengeblieben, weil der Regen eine Schlammlawine auf die Gleise gespült hatte. Der Zug musste zum nächsten Bahnhof fahren. Die Bahnstrecke Richtung Duisburg bleibt zwischen Xanten und Millingen voraussichtlich mehrere Tage gesperrt, sodass ein Bus-Notverkehr eingerichtet wurde. Zudem saßen im Raum Xanten mehrere Schüle auf einem Bauernhof fest, da die Wassermassen die Zufahrtsstraßen unbefahrbar gemacht hatten. Ein Feuerwehrsprecher gab jedoch Entwarnung: "Es war aber weniger dramatisch, es sind alle wieder zu Hause." 

dpa/AFP/mg

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