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Eklatanter Helfer-Mangel in Flutgebiet - Organisator fleht: „Geld ist wichtig, aber wir brauchen Hände“

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Von: Momir Takac

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Nach der Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal ist die Region noch immer dringend auf freiwillige Helfer angewiesen. Doch die Bereitschaft ist dramatisch gesunken.

Bad Neunahr-Ahrweiler - Nach dem verheerenden Hochwasser im Ahrtal mit 133 Toten laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Noch immer müssen Gebäude von Schlamm befreit werden. Zahlreiche Häuser sind noch immer nicht ans Gas- und Stromnetz angeschlossen.

Hochwasser-Gebiet im Ahrtal leidet extrem unter Helfer-Mangel

Bislang konnte sich die Region dabei auf viele freiwillige Helfer stützen. „Aus der ganzen Welt, zum Beispiel aus Mexiko, Ghana, Norwegen, Dänemark und Finnland, sind Helfer hierher gekommen“, sagte etwa Marc Ulrich, Initiator eines Shuttledienstes für Hilfskräfte ins Hochwassergebiet, der Deutschen Presse-Agentur.

Doch inzwischen bahnt sich ein dramatischer Mangel an Helfern im Kreis Ahrweiler an. Einst kamen mehr als 2.500 Helferinnen und Helfer an einem Samstag, berichtet Ulrich, „jetzt stabilisiert sich das so bei 400 bis 500 Helfern pro Werktag.“ Fluthilfe-Chef Thomas Pütz, der Einsätze privater Hilfskräfte im Ahrtal koordiniert, spricht gar von einem „eklatanten Helferschwund“. Wie er Focus online erklärte, könnten aktuell nur noch gut die Hälfte der Hilfanfragen abgearbeitet werden.

Fluthilfe-Koordinator Pütz appelliert: „Wir brauchen hier jede Hand“

Für den Wiederaufbau von Häusern suche man dringend Handwerker, sagt Pütz, der gleichzeitig appellierte: „Wir brauchen Wiederaufbauhilfe bei uns. Nicht nur finanziell. Das Geld ist superwichtig. Aber wir brauchen Hände!“

Als Grund für den Schwund an freiwilligen Helfern nennt Pütz die zunehmend schwindende mediale Aufmerksamkeit. „Wir sind nicht mehr in den Top-Ten-Nachrichten drin.“ Viele Menschen glaubten, das Ahrtal sei schon „halb wieder aufgebaut“ und private Hilfe deshalb „nicht mehr notwendig“. Pütz stellt gegenüber Focus online klar: „Das stimmt nicht!“ Große Flächen seien nach wie vor zerstört. „Wir brauchen hier jede Hand!“ (mt)

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